Anne Jacobs

Die Tuchvilla

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Augsburg, 1913. Die junge Marie tritt eine Anstellung als Küchenmagd in der imposanten Tuchvilla an, dem Wohnsitz der Industriellenfamilie Melzer. Während das Mädchen aus dem Waisenhaus seinen Platz unter den Dienstboten sucht, sehnt die Herrschaft die winterliche Ballsaison herbei, in der Katharina, die hübsche, jüngste Tochter der Melzers, in die Gesellschaft eingeführt wird. Nur Paul, der Erbe der Familie, hält sich dem Trubel fern und zieht sein Münchner Studentenleben vor – bis er Marie begegnet …

Oben und unten

Von: Anyah Fredriksson Datum: 02. December 2017

Marie Hofgartner, ein junges Waisenmädchen erhält eine neue Stellung als Küchenhilfe. Wie die Leiterin des Waisenhauses ihr sagt, ist es ihre letzte Chance. Zu dickköpfig, zu viele Widerworte hat Marie gegenüber ihren bisherigen Arbeitgebern gehabt, sie will sich nicht fügen, hat ihren eigenen Kopf. Jetzt heißt es also für Marie, sich in der großen Villa des reichen Tuchfabrikanten Johann Melzer zu integrieren. Gleich am ersten Tag gibt es Spannungen, aber Marie tut ihr Möglichstes, den Arbeitsplatz nicht zu verlieren. Die Familie Melzer, der Vater, das Familienoberhaupt, die Mutter Alicia, eine Adelige, zwei Töchter, Katharina und Elisabeth und der Sohn Paul, Student der Rechtswissenschaften – sie alle haben ihre eigenen Pläne und Schwierigkeiten zu bewältigen. Katharina, die kränkelt, ist begeistert von Marie und möchte sie gerne zeichnen. Dafür muss Marie von ihren eigentlichen Aufgaben befreit werden, kann das gutgehen? Sie ist die Neue, steht ganz unten in der Rangfolge unter den Bediensteten und ist sowie schon deren Spott und Aggressionen ausgesetzt. Die Atmosphäre erinnert mich sofort an Downton Abbey – Intrigen und Geheimnisse würzen perfekt diesen Familienroman, der im Jahre 1913 spielt und damit schon allein eine spannende Zeit und interessanten Hintergrund bekommt. Die Figuren sind wunderbar gestaltet von der Autorin Anne Jacobs, jeder Charakter hat seine eigenen Ecken und Kanten, voller Leben und vollkommen authentisch. Das Zusammenspiel aller ist herrlich zu lesen und der Plot ist zweifellos voller unerwarteter Wendungen. Dieses Buch saugt mich ein und lässt mich nicht mehr los, ganz fasziniert bin ich beim Lesen. Die Sprache der Autorin ist außerordentlich schön und hervorragend der Zeit angepasst. Der Schreibstil gefällt mir von der ersten Zeile an richtig gut. Das Tempo ist sehr angenehm und das Lesen ist dadurch beschwingt und anregend. Von Herzen gerne vergebe ich diesem ersten Teil der Familiensaga fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es natürlich weiter an Leser, die literarisch eintauchen möchten, in die Welt um 1900, in das Leben der Reichen und Armen und deren Machenschaften. Ich fühle mich von Seite 1 bis zum Ende erlesen unterhalten.

Leichte, ent-spannende Unterhaltung, die die gängigen Klischees bedient

Von: Annette Traks Datum: 28. September 2017

Marie Hofgartner ist 18 Jahre alt, als sie 1913 eine Stelle als Küchenmagd im Haus des Augsburger Tuchfabrikanten Melzer antritt. Sie, die nach dem frühen Tod ihrer Eltern bis jetzt in einem Waisenhaus gelebt hat, ist überwältigt von der prächtigen Villa mit dem straff durchorganisierten Dienstboten-Haushalt. Doch die Eingewöhnung fällt ihr nicht leicht, zumal sie von den anderen Angestellten nicht mit offenen Armen empfangen wird. Nach und nach lernt sie die Mitglieder der Fabrikantenfamilie besser kennen: das Ehepaar Johann und Alicia Melzer und deren Töchter Katherina (genannt Kitty), Elisabeth (genannt Lisa) - beide um die 20 Jahre alt - sowie Sohn Paul, der in München Jura studiert. Als dieser sich zur Eröffnung der Ballsaison in der Tuchvilla aufhält, verliebt er sich in Marie, die sich ebenfalls zu dem Firmenerben hingezogen fühlt. Doch einer ernsthafen Verbindung steht der soziale Unterschied im Wege. Die künstlerisch ambitionierte Kitty freundet sich mit der ebenfalls an Malerei interessierten und begabten Marie an, was besonders vom Vater nicht gerne gesehen wird. Doch die Küchenmagd steigt zur Kammerzofe auf, und eines Tages wird dringend ihre Hilfe benötigt. Resümee: Die Handlung dieses ersten Bands der Trilogie spielt von Herbst 1913 bis Juni 1914 überwiegend in Augsburg. Bezogen auf das Leben der Industriellenfamilie ist sie ein Spiegelbild der Epoche: Der Tuchfabrikant Johann Melzer ist ein durch die Industrialisierung zu Wohlstand gelangter erfolgreicher Unternehmer. Zahlreiche Dienstboten zeugen von der hohen sozialen Stellung der Familie, die in einem Prachtbau lebt. Der gesellschaftliche Status beinhaltet Verpflichtungen wie z.B. das Ausrichten von glanzvollen Bällen, ausgesuchte Garderobe, Wohltätigkeitsveranstaltungen und natürlich eine standesgemäße Verheiratung der Kinder. Die Charaktere sind gut herausgearbeitet - seien es die der Familienangehörigen, der Angestellten oder diverser anderer Akteure. Allerdings ist mir Marie viel zu positiv beschrieben - sie wirkt wie eine Heilige: intelligent und selbstbewusst, mit guten Umgangsformen und diplomatisch, ohne Makel oder charakterliche Schwächen. Die Handlung bedient die gängigen Klischees - um nicht zu spoilern, werde ich an dieser Stelle nicht ins Detail gehen - und ist nicht nur deshalb an vielen Stellen vorhersehbar. Sie bleibt daher weitestgehend unspektakulär und weist einige ermüdende Längen auf. Auch das Geheimnis um Maries Herkunft und ein damit verbundenes, vom Familienoberhaupt bislang sorgsam gehütetes Geheimnis, sind früh durchschaubar. Der drohende Ausbruch des 1. Weltkrieges Ende Juli 1914 - also einen Monat nach Ende der Romanhandlung - sowie die damit einhergehenden Ängste und Sorgen während der Vorkriegszeit werden nur am Rande erwähnt. Hier wäre meines Erachtens mehr Einbettung in die historischen Ereignisse nötig gewesen, zumal mit Sicherheit die Tuchfabrik und Familie von den grundlegenden politischen Veränderungen betroffen sind. Im Gegensatz dazu ist das Geschehen in einer heilen Welt angesiedelt, in der Probleme jedweder Art durch persönliches Engagement und menschliche Stärken positiv gelöst werden. Fazit: im wahrsten Sinne des Wortes ent-spannende, leichte Unterhaltung.

Toller Auftakt einer Reihe von Glanz und Geheimnissen

Von: Kathaflauschi Datum: 20. January 2017

Man ahnt sofort, dass das Buch so einiges an Geheimnisse hat. Vorallem lastet auf Marie ein Geheimnis lastet. Ich finde, sie ist nicht wirklich eine Küchenmagd, den sie ist stursinnig und hat ein selbstbewusstes Auftreten. Man fragt sich immer wieder, was es mit Maries Familie auf sich hat. Auch durch Marie, die als Küchenmagd auf Drängen der Hausherrin eingestellt wird, lernt man das Leben einer Dienstbotin kennen. Man lernt wie deren Alltag so abläuft, doch sie muss sich gegenüber den anderen beweisen, den auch bei ihnen gibt es Regeln, die eingehalten werden müssen. Leider ist dieser Teil etwas langatmig und man möchte einfach das Buch weglegen. Doch stark bleiben, den es wird wieder spannend. Den der geregelte Alltag endet abrupt als Katharina heimlich die Villa verlässt. Die Ereignisse überschlagen sich und führen zu unüberlegten Handlungen einiger Protagonisten. Am Ende wird dadurch Maries Geheimnis offenbart. Die Autorin Anne Jacobs entführt den Leser in das Gesellschaftsleben der Augsburger im Jahr 1913 mit all seinen Schnick Schnack und Schattenseiten. Anfangs wirkt der Schreibstil etwas langatmig, doch je mehr man liest, desto flüssiger wird der Schreibstil und man kann das Buch locker und leicht lesen. Das Cover passt gut zu der Geschichte. Es sieht geheimnisvoll aus und das enthält das Buch am meisten.

Historische Familiengeschichte

Von: Gela Datum: 22. January 2016

In der Villa der Augsburger Fabrikantenfamilie Melzer scheint im Jahr 1913 lediglich der Erhalt des gesellschaftlichen Ansehens wichtig zu sein. Die älteste Tochter Elisabeth hofft auf einen Ehemann und das Nesthäkchen Katharina erträumt sich eine Karriere als Künstlerin. Stammhalter Paul studiert in München Jura, hat aber schon lange andere Pläne. Als die neue Küchenmagd Marie in die Tuchvilla kommt, verändet sich nicht nur der Dienstbotenalltag, sondern auch das Leben der Familie Melzer. Anne Jacobs entführt den Leser in das gehobene Augsburger Gesellschaftsleben im Jahr 1913 mit all seinen Glanz und Schattenseiten. Der Schreibstil ist flüssig und trotz der historischen Handlung wirkt der Roman nicht angestaubt. Anhand der Tuchfabrikantenfamilie Melzer nimmt man Anteil an belanglosen wie schwerwiegenden Vorgängen. So gibt es für alle Gesellschaftsschichten scheinbar unüberwindbare Regeln, die nicht nur kleidermäßig einschneiden wie ein Korsett. Besonders die Charaktere der Töchter des Hauses und deren Leben werden detailliert skizziert. Durch das Waisenmädchen Marie, das als neue Küchenmagd auf Drängen der Hausherrin eingestellt wird, lernt man den Dienstbotenalltag kennen. Sie trifft auf eine verschworene kleine Gemeinschaft bestehend aus Köchin, Hausdame, Kammerzofe, Diener und Stubenmädchen, in der sie sich beweisen muss. Denn auch hier gelten Regeln, die nicht überschritten werden dürfen. "Wie gut konnte sie sich an ihren ersten Tag in der Tuchvilla erinnern. Fremd war ihr damals alles gewesen, der weite Park, der verwinkelte große Ziegelbau der Villa. Vor allem aber die Menschen, mit denen sie dort zusammentraf. Die Angestellten, die in einer festgefügten Ordnung lebten, und die Herrschaft, vor der sie einen Heidenrespekt gehabt hatte." Man ahnt, dass ein Geheimnis auf Maries Vergangenheit lastet. Ihr eigenwilliger Stursinn und ihr selbstbewusstes Auftreten wollen einfach nicht zu einer Küchenmagd passen. Viele Andeutungen lassen den Leser rätseln, was es mit Maries Familie auf sich haben mag. Ihr schneller Aufstieg zur Kammerzofe der jungen Katharina läßt nicht nur bei den Dienstboten Neider auf den Plan treten. Der geregelte Alltag endet abrupt, als Katharina heimlich die Villa verläßt. Hier endet auch der etwas langatmige ausführliche Schreibstil, der nun in ein spannenderes Tempo wechselt. Die Ereignisse überschlagen sich und führen zu unüberlegten Handlungen verschiedener Protagonisten, die am Ende Maries Geheimnis offenbaren. Besonders gefallen hat mir der Einblick in das Leben der Fabrikantenfamilie Melzer. Man bekommt ein Gefühl für die vielschichtigen Zwänge, die sowohl von der Gesellschaft wie auch in der Familie bestehen. Der Blick hinter die Kulissen zeigt, wie eng Dienstboten mit dem Leben der Herrschaften verbunden waren. Lediglich die etwas gestelzte Liebesgeschichte hätte es für meinen Geschmack nicht zwingend geben müssen.

Eine tolle Familiensaga - fesselnd bis zur letzten Seite.

Von: Heidi Datum: 23. November 2018

Das Cover zeigt die imposante Tuchvilla in Augsburg. Es liegt schon reichlich Schnee und vor der Villa steht Marie, die dort ihre neue Stelle als Küchenhilfe antritt. Ich finde das Cover sehr schön gelungen da es verschneit, historisch und verträumt aussieht. Wir beginnen mit der Geschichte im Herbst 1913 in Augsburg. Die junge Marie soll die Stelle als Küchenhilfe in der Tuchvilla Mälzer antreten. Sie hat schon sehr früh Ihre Eltern verloren und wuchs in einem Weißenhaus auf. Doch nun war es an der Zeit eine Anstellung zu finden. Nach mehreren fruchtlosen Versuchen sie unterzubringen stand sie nun vor der Tuchvilla. Ihre ersten Arbeitstage waren sehr hart, sie musste sich erst zurecht finden und auch die Köchin machte ihr den Start nicht leicht, aber Marie fügte sich und man akzeptierte sie. Doch sie tritt nicht nur eine neue Stelle an sondern sie findet immer mehr über Ihre Vergangenheit heraus. Die Familie Mälzer bestand aus dem Ehepaar Mälzer und denen ihren Kindern Elisabeth, Katharina und dem Sohn Paul. Katharina und Elisabeth sind in dem alter wie Marie und Paul studiert in München und kommt nur zu größeren Familienereignissen nach Augsburg. Katharina ist bildschön und ihr liegt die Männerwelt zu Füßen. Ihre Schwester Elisabeth ist eher etwas rundlich und steht oft im Schatten Ihrer Schwester, was oft zu Streitigkeiten führt. Paul hingegen ist eher ein Draufgänger, angezogen von der Frauenwelt und wenig Sinn für das Jura Studium das ihm sein Vater finanziert. Mein Fazit Anne Jacobs schafft es auf 700 Seiten eine richtige Spannung zu halten. Es macht Spaß in die Tuchvilla einzutauchen. Von Intrigen, Freundschaft und der großen Lieben ist alles mit dabei. Jeder Charakter in dieser Tuchvilla ist einzigartig und macht dieses Buch so lebendig. Mir hat besonders Katharina gefallen, ich mochte ihre leichte verträumte Art und ihr vorlautes Mundwerk. Auch hat mir sehr gefallen wie Marie in immer mehr an Stärke gewann und zu einem ganz besonderen Charakter geschliffen wurde. Das Buch hat mir wirklich sehr gut gefallen und von daher auch 5***** verdient. Eure Heidi

Perfekter Einstieg in das Genre!

Von: tinten.rose Datum: 26. June 2018

Eine Villa. Eine Familie. Ein lang gehütetes Geheimnis. Augsburg 1913. Die junge Marie findet eine Anstellung als Küchenmädchen bei der Industriellenfamilie Melzer. Schon bald freundet sie sich mit der jüngsten Tochter des Hausherrn, Katharina Melzer, an und wird zu deren Kammerzofe ernannt. Während sie damit den Unmut anderer Angestellter auf sich zieht, wird nun auch der Sohn Paul auf sie aufmerksam. Doch schon bald wird klar, dass Pauls Vater Johann Melzer in Verbindung mit Maries verstorbenen Eltern stand. Plötzlich droht ein wohl gehütetes Familiengeheimnis aufgedeckt zu werden und es wird klar, aus welchem Grund Johann Melzer die junge Marie Hofgartner wirklich eingestellt hat … Zugegebenermaßen habe ich mir dieses Buch nicht sofort angeschafft, nachdem ich es zum ersten Mal entdeckt hatte. Genau genommen musste ich erst sehr oft daran vorbeigehen, es in die Hand nehmen und mir den Klappentext durchlesen, bevor ich es mir wirklich gekauft habe. Doch das war die beste Entscheidung, die ich nur treffen konnte! Historische Romane waren mir bis zu diesem Zeitpunkt noch vollkommen fremd. Nie hätte ich gedacht, dass ich mich dafür mal interessieren könnte. Aber die Tuchvilla hat mir ihre Türen geöffnet und mich so herzlich in Empfang genommen, dass ich meine Meinung dahingehend schnell geändert habe. Und ich habe alles und jeden in der Villa lieben gelernt. Dank Anne Jacobs wunderbarem Schreibstil habe ich eine ganz genaue Vorstellung von der Villa und ihren Bewohnern bekommen. Ich durfte die Angestellten kennenlernen, die alle nicht unterschiedlicher sein könnten, und durfte mit der Familie Melzer am Esstisch sitzen. Vor allem hat mir Kittys Spontaneität und Leichtigkeit gefallen, immer positiv in die Zukunft zu blicken und den Augenblick zu genießen, aber auch mal etwas zu riskieren. Auch die Geschichte rund um Marie und Paul habe ich gespannt verfolgt. Das Augenmerk lag jedoch immer auf dem Rätsel um die Verbindung zwischen Maries verstorbenen Eltern und Pauls Vater Johann. Stück für Stück konnte ich mehr über dieses Geheimnis erfahren, welches jedoch wirklich erst am Ende aufgedeckt werden konnte und somit die Spannung die ganze Zeit hochgehalten hat. Mein Fazit: Anne Jacobs hat eine Geschichte geschrieben, die aus vielen verschiedenen Teilen besteht, die jedoch am Ende alle zusammenführen und ein großes Ganzes ergeben. Das Buch ist ideal für alle, die schon Erfahrung mit historischen Romanen haben und diejenigen, die einen geeigneten Einstieg in dieses Genre suchen. Es ist einfach zu lesen und macht neugierig auf die beiden Folgeromane. Ein Buch, das in jedem Bücherregal einen Platz haben sollte!

Familie Melzer - Tuchvilla - Teil1

Von: Leseratte77/Kiki77 Datum: 31. March 2018

„Die Tuchvilla“ von Anne Jacobs ist eine Familiengeschichte der feinsten Art. Man fliegt über die Zeilen und saugt alles auf. Das Buch lässt sich wunderbar lesen, hat einen feinen Spannungsbogen und man ist bei allen handelnden Personen dabei, als würde man mit dort wohnen oder arbeiten. Marie, ein Waisenmädchen aus Augsburg, wird als Küchenhilfe in der Villa Melzer eingestellt. Sie ist sehr stolz und hat ihre eigene Meinung und Haltung zum Leben. Das Verhältnis zu den Melzers wird von Tag zu Tag besser. Kitty, die jüngere Tochter des Hauses, nimmt Marie als Kammerzofe und verwöhnt sie mit zeichnen und künstlerischen Tätigkeiten, Marie entwirft und schneidert Kleider für Kitty und Lisa. Auch Paul, der Sohn der Melzers, hat ein Auge auf Marie geworfen. Auch als Kitty aus dem Leben ausbricht und mit ihrer Liebe nach Paris geht, ist Marie diejenige, die Kitty zurück bringt. Dann geht es Johann Melzer schlecht und ein Geheimnis wird gelüftet. Eine große Verlobungsfeier für alle drei Kinder des Hauses Melzer ist geplant und wird gefeiert. Bekommt jeder die Liebe seines Lebens ab? Eine Familiengeschichte, wie man sie liebt und sehr gerne liest. Es läuft im Leben nichts wie geplant, es gibt immer Ausbrecher und Lieblinge und das ist hier wunderbar verarbeitet. Ich kann „Die Tuchvilla“ nur empfehlen.

Ein toller Roman, der Spaß macht und im Herzen bleibt!

Von: Juliane von "I AM JANE" Datum: 21. March 2018

Mit Büchern (oder Filmen) über die deutsche Geschichte konnte ich mich nie anfreunden. Meist sind sie trocken, gefühlsarm und leider (meiner Meinung nach) ziemlich, ziemlich langweilig. Das hat mich schon immer aufgeregt, denn im Gegensatz dazu gibt es zum Beispiel aus dem britischen Bereich so viele tolle Erzählungen, ob in Buchform oder als Film / Serie. Empfohlen wurde mir “Die Tuchvilla” von meiner Mutter mit den Worten “das ist genau wie Downton Abbey” – und sie weiß, wie sehr ich die englische TV Serie mag. Und ja, “Die Tuchvilla” ist die deutsche Antwort auf den Serien-Hit. Anne Jacobs (was übrigens ein Synonym einer deutschen Autorin ist, die schon dutzende Romane unter anderen Pseudonymen veröffentlich hat) hat eine so wundervolle Geschichte geschrieben, die ich von Seite 1 bis zum letzten Satz genossen habe. Ihre Geschichte hat einige Parallelen zu Downton Abbey, was ich allerdings nicht schlimm finde (eher das Gegenteil 🙂 ). Auch hier lernen wir sowohl die Herrschaften (die Familie Melzer) als auch das Personal näher kennen. Ihre Schicksale, ihre Gefühle – wie eng sie sich stehen und wie weit dennoch die soziale Lücke zwischen ihnen klafft. Dass die Geschichte in Deutschland (Augsburg, 1913) spielt, rundet den Roman noch ab. ENDLICH gibt es eine Erzählung aus Deutschland zu dieser Zeit! Eine Erzählung die mir auch gefällt! Hier heißen die Personen Auguste oder Johann; und mit Nachnamen Hofgartner. Die Zeitepoche ist nicht im Vordergrund wird aber bei einigen Szenen deutlich. Beispielsweise sprechen die Figuren über elektrische Beleuchtung vs. Kerzenlicht, oder – da es kurz vor dem ersten Weltkrieg spielt, auch über politische Themen (“ein Krieg? – eher unwahrscheinlich”). In Vordergrund stehen in der Geschichte ganz klar die familiären bzw. zwischenmenschlichen Verhältnisse. Soziale Rollen, Hierarchien und Verhaltensweißen. Wir haben Elisabeth, die sich an die gesellschaftlichen Formen hält und dennoch leider keinen Heiratsantrag bekommen habt – während ihrer kleinen wilden Schwester einfach die Herzen zufliegen. Mich haben die Gefühle wirklich erreicht. Wir haben viel Romantik und Freundschaft. Die Beziehung von Eltern zu ihren Kinder wird oft thematisiert und fühlte sich für mich wie ein zentrales Thema an. Eine Entwicklung bei Marie und Katharina war deutlich sichtbar, was mir sehr gefallen hat. Gewünscht hätte ich mir eine detaillierter Charaktergestaltung bei den Männern (der Fokus liegt tatsächlich sehr stark auf den Damen). Natürlich ist die Geschichte bis zu einem gewissen Grad vorhersehbar, aber das hat mich nicht gestört. Ich habe mitgefiebert und gerätselt. Es gab immer wieder kleine Überraschungen und Abenteuer, die der ganzen Sache Spannung eingebracht haben. Mir hat gut gefallen, dass nicht die große Drama-Kiste ausgepackt wurde. Ich greife noch einmal “Downton Abbey” auf, wo man jederzeit mit einem Mord, Tod oder hinterlistigen Überfall rechnen muss (überspitzt gesagt). Das gibt es hier nicht. Man kann diesen Roman entspannt lesen. Der Schreibstil ist locker und leicht, der Roman lässt sich gut in einem Rutsch lesen. Ohne langatmig zu werden, schwebt die Geschichte voran und birgt durch relativ kurze Kapitel (circa 15 Seiten pro Kapitel) die Gefahr, dass man immer wieder “nur noch ein Kapitel” lesen will (und zack das Buch durchgelesen hat). Die in dem Roman erzählte Geschichte ist abgeschlossen und hat (juhu!) keinen Cliffhanger. Wenn einem der Roman also “nur” so lala gefallen hat, kann man mit ruhigen Gewissen aufhören. Wenn man allerdings begeistert ist und unbedingt mehr von der Tuchvilla lesen will, kann man sich auf zwei weitere Bände freuen: Die Töchter der Tuchvilla und Das Erbe der Tuchvilla – beide Romane sind schon erschienen und damit ist die Saga komplett abgeschlossen. Fazit: “Die Tuchvilla” hat mich voll und ganz überzeugt. Ich möchte am liebsten jetzt und sofort die nächsten zwei Bände der Saga lesen. Das Setting in Deutschland kurz vor dem ersten Weltkrieg interessiert mich spätestens seit der TV Serie “Downton Abbey” und hier kam ich voll auf meine Kosten. Sympathische Charaktere, eine angenehme Geschichte und der Einblick in ein Herrenhaus, inklusive der Angestellten. Für Fans der Zeit und des Genres ein Muss!

Schöner gelungener historischer Roman

Von: Tatjana P. Datum: 17. September 2017

Marie Hofgartner ist im Waisenhaus aufgewachsen und tritt nun den Dienst als Küchenmädchen in der Tuchvilla der Familie Melzer an. Durch ihre überragende Persönlichkeit und ihrer künstlerischen Begabung, schließt sie die Freundschaft mit dem gnädigen Fräulein und auch mit dem jungen gnädigen Herren, der sie weit mehr in Herz schließt. Dadurch entstehen natürlich auch Neider beim Personal und großes Missfallen beim Herren und Direktor der Tuchvilla, welches aber eher mit der Vergangenheit von Marie zu tun hat. Die Geschichte spielt im Augsburg von 1913 und ist ein sehr gelungener 1. Band einer Reihe, die mich sehr neugierig gemacht hat. Der Schreibstil war wunderbar und die Protagonisten größtenteils sympathisch und gut beschrieben. Einige Teile der Geschichte, wie zum Beispiel die Liebe zwischen Paul und Marie, waren für mich nicht ganz nachvollziehbar und das Ende fand ich etwas vorhersehbar. Trotzdem ist die Tuchvilla ein sehr gelungener historischer Roman, der gute 4 Sterne von mir verdient hat. Den zweiten Band werde ich definitiv auch lesen.

romantischer 1.Teil

Von: JoBasBLOG Datum: 16. July 2017

Die Tuchvilla ist mein erster von Anne Jacobs. Einer unter Pseudonym schreibenden Autorin, für historische Themen. Schon lange habe ich mit der Trilogie aus Augsburg geliebäugelt, deswegen bin ich hoch erfreut,es bekommen zu haben. Ich bin nicht enttäuscht worden, denn Die Tuchvilla, hat Alles, was eine Familiensaga braucht: Eine Küchenmagd: Waisenmädchen Marie Die Herrschaft: bestehend aus der Familie Melzer einen verliebten Sohn: Paul den geschichtlichen Hintergrund: Augsburg vorm 1.Weltkrieg. Dank des Schreibstils von Anne Jacobs, konnte ich abtauchen. Erlebte den ersten Ball der Tochter des Hauses , Katharina. Erlebte die Entwicklung von Marie. Die Verwirrungen der Belegschaft durch Maries Charakter. Marie ist die Hauptperson, daher ist der Blickwinkel , der Geschichte vorgegeben. Jetzt freue ich mich auf den zweiten Teil....

Die tuchvilla

Von: Michi Datum: 26. June 2017

In dem Roman Die Tuchvilla von Anne Jacobs handelt es sich um Marie, ein Waisenkind, die anfangs Küchenmagd bei der mächtigen Familie Melzer ist. Doch diese Familie hat ein Geheimnis. Nach einem Herzinfarktes vom Gutsbesitzer kommt die Wahrheit ans Licht. Marie ist das Kind des ehemaligen Partner des Gutsbesitzers, nun glaubt Marie das große Glück gefunden zu haben und möchte den Sohn des Hauses Heiraten. Anne Jacobs hat sich wirklich sehr mühe gegeben in dem ersten Band der Tuchvilla Triologie, es ist sehr ausführlich geschrieben was mir sehr gut gefällt. Ich bin schon gespannt auf die weiteren Bände der Tuchvilla sie sind sehr mitreißend.

Die Tuchvilla

Von: Bookslove128 Datum: 14. June 2017

☆"Wie nah der Himmel scheint", murmelte Marie. "Als könnte man ihn berühren, wenn man die Hand ausstreckt. Und dabei ist er doch so unendlich weit entfernt." ~Die Tuchvilla☆ ●•Rezension•● Inhalt: Der Roman spielt Anfang des letzten Jahrhunderts, kurz vor dem Ausbruch des 1. Weltkriegs. Die junge Marie, ein Kind aus dem Waisenhaus, tritt den Dienst als Küchenmädchen in einer herrschaftlichen Villa, der Tuchvilla, an. Doch sie hat eine besonders ausgrprägte, starke Persönlichkeit und das führt zu Verwirrung beim Personal. Zum anderen wird sie von anderen Bewohnern der Villa gleich ins Herz geschlossen - unter anderem von dem jungen gnädigen Herrn. So nimmt sie sehr bald eine besondere Stellung im Haus ein, was ihr aber auch das Leben erschwert und zu Missfallen beim alten Herrn führt. Der hat nämlich durchaus etwas mit ihrer Vergangenheit zu tun, was er aber lieber geheim halten möchte. Meine Meinung: Nach ein paar ersten wenigen Kapiteln zum Einlesen wird man sehr schnell mit den Personen vertraut und die Autorin hat so geschrieben, dass man sich mit allen gut identifizieren kann. Ich wollte das Buch kaum noch aus der Hand legen, um mitzuerleben, wie sich die vermeintlichen Einzelschicksale weiterentwickeln und welche Zusammenhänge noch ans Licht kommen. Die Geschichte hat etwas von einer amerikanischen Soap "vom Tellerwäscher zum Millionär" (also schön zum Träumen, aber ganz schön an der Realität vorbei). Trotzdem nimmt sie einige unerwartete Wendungen und man bekommt einen schönen Einblick in die damalige Zeit, deren Möglichkeiten und auch Zwänge - und die Gewissheit, dass wir in einer Zeit leben, in der wir selbstständig entscheiden dürfen, was wir aus unserem Leben machen. Und vor allem, wen wir lieben.

Perfekt für verregnete Tage

Von: Katharina Datum: 14. May 2017

Der Roman ist aus der Sicht eines allwissenden Erzählers geschrieben. Man bekommt somit Einsicht in die Gefühle und Gedanken aller Personen, die an der Handlung teilhaben. Die Handlung findet im Präteritum statt. Das Cover des Romans ist mit einer romantischen Schneelandschaft gestaltet. Allein das Cover regt zu einer gemütlichen Lesestunde bei regnerischen Wetter mit Kuscheldecke und Tee an. Marie ist eine junge Frau, die im Waisenhaus aufgewachsen ist. Durch ihre starke Persönlichkeit, die dem Zeitgeist widerspricht, da Frauen eher unterwürfig den Männern gegenüber sind, fördert sie schon früh den Missmut einiger Personen. Marie wird als Küchenmädchen angestellt und wird von den anderen Angestellten zu Beginn schlecht behandelt und ausgeschlossen. Mit der Zeit findet sie aber unter ihnen auch Freunde. Trotz einer schweren Kindheit entwickelte sie sich zu einer starken und anmutigen Frau. Ihre Charakterstärke machte sie mir direkt sympathisch. Schnell wird sie zur Stütze des Hauses, da sie Talente zeigte, die sie in der Gunst der Damen aufsteigen lies. Es entwickelte sich eine tiefe Freundschaft zwischen ihr und Katharina, die einen Narren an Marie gefressen hat. Katharina, die jüngste Tochter der Familie Melzer, erinnerte mich an eine Mischung aus Marianne aus Verstand und Gefühl und Lydia aus Stolz und Vorurteil von Jane Austen. Sie ist eine lebenslustige, weltoffene, etwas kindische und auch naive Person. Im Gegensatz zu Lydia aus S&V ist mir Katharina aber durchaus sympathisch. Sie ist ein liebenswürdiges junges Mädchen, das die Männer reihenweise um den Finger wickelt, sich dessen aber nicht bewusst ist. Sie wird von ihrer Mutter verzogen und ist das Lieblingskind der Familie. Durch ihre unüberlegte und impulsive Art muss ihre Familie oft zurückstecken. Vor allem ihre ältere Schwester steht immer in ihrem Schatten. Elisabeth, die ältere Schwester und das mittlere Kind der Familie, ist eine gemeine, boshafte und intrigante Person. Sie ist dick und nicht schön, sich dessen aber selber bewusst. Wahrscheinlich ist sie durch die fehlende Aufmerksamkeit einen wirklich schlechten Charakter entwickelt. Paul, der Sohn der Familie Melzer und Erbe der Tuchfabrik, ist zu Beginn ein eher leichtsinniger Student der ein schwieriges Verhältnis zu seinem Vater hat. Im Laufe der Geschichte wandelt er sich aber zu einem durchaus kompetenten Mitarbeiter in der Firma und ist seinem Vater eine große Hilfe. Sein Wandel vom Lebemann zu einem richtigen Gentleman hat wohl auch mit seiner Liebe zu Marie zu tun. Die Herren der Tuchvilla, Alicia Melzer und Johann Melzer, sind mir durchwegs unsympathisch. Alicia ist eine einfältige Person, die ihre Kinder zu sehr verhätschelt. Johann ist ein gieriger, emotionsloser Mann, der nur seinen wirtschaftlichen Vorteil im Sinn hat. Fazit Dieses Buch ist genau das Richtige für ein verregnetes Wochenende auf der Couch oder auf der Fensterbank. Zuerst hatte ich Angst das Buch zu beginnen, da es doch 701 Seiten mit einer sehr kleinen Schrift hatte. Die ersten 100 Seiten gingen zaghaft voran und waren teilweise etwas langatmig, vor allem die vielen Namen brachten mich zu Beginn sehr durcheinander. Danach stieg die Spannung aber an und ich war komplett in die Handlung versunken & habe das Buch in zwei Tagen durchgelesen. Die Autorin ist mit Sicherheit ein großer Jane Austen Fan, da ich in einigen Charakteren die Parallelen erkenne. Das Buch ist durchaus zu empfehlen, wenn man jedoch ein historisches Werk mit viel Geschichte und Politik erwartet, ist man mit diesem Buch falsch beraten. Hier stehen eher die Geschichten der einzelnen Personen (vor allem die der Marie) und die Intrigen, Liebschaften und Geheimnisse im Vordergrund.

Nette Unterhaltung :)

Von: Buchstabenmagie Datum: 10. May 2017

Die Tuchvilla ist der Auftakt einer Trilogie rund um die in Augsburg ansäßige Industriellenfamilie Melzer. Ab dem Jahr 1913 werden in drei Bänden die Schicksale der Melzer´schen Familie und ihrer Angestellten inmitten deutscher Geschichte dargestellt. Die Wirren des Schicksals, Aufstieg und Fall, Liebe und Freundschaft und ein Krieg, der alles zu zerstören droht. Das Waisenmädchen Marie tritt in der Tuchvilla eine Anstellung als Küchenmädchen an. Ihre letzte Chance doch noch irgendwo Fuß zu fassen, da jeder ihrer vorherigen Dienstherren sie vor die Tür gesetzt hatte. Doch Johann Melzer, dem Oberhaupt der Familie, scheint erstaunlich viel daran zu liegen, dass das junge Mädchen ihren Platz in der Tuchvilla findet. Und so versucht Marie die Villa zu ihrem neuen Zuhause und die anderen Angestellten zu ihren Freunden zu machen. Während sie in der Küche beschäftigt ist, vertreiben sich Katharina und Elisabeth, die beiden Töchter der Melzers, ihre Zeit mit Eifersüchteleien. Die Hübschere der beiden, Katharina, soll in die Gesellschaft eingeführt werden und für die ältere Elisabeth wird es höchste Zeit sich nach einem geeigneten Heiratskandidaten umzusehen. Paul hingegen genießt seine Studentenjahre lieber in München und jagt den Mädchen hinterher. Doch dann trifft er bei der Familie auf das neue Küchenmädchen und ist hin und weg. Und dann ist da noch dieses Geheimnis, welches Maries Herkunft umgibt... Meine Erwartungen an diesen ersten Band waren zur vergleichen mit der Fernsehserie Downton Abbey, die meiner Meinung nach ein grandioses & detailgetreues Gesellschaftsbild seiner Zeit zeigt. Und dabei vor allem zu gleichen Teilen auf die Angestellten, als auch die Herrschaft eingeht, was mir dort besonders gut gefallen hatte. In der Tuchvilla hingegen sticht ganz klar Marie als Protagonistin hervor. Sehr deutlich fungiert sie als Bindeglied zwischen den beiden Ebenen in der Industriellenvilla. Leider ging bei der Anzahl Perspektiven die Tiefe verloren, was ich sehr schade fand. Vor allem ausgerechnet mit Marie hatte ich so meine Probleme. Ihre Eigenwahrnehmung & die von Außen scheinen einfach nicht zusammenzupassen. Andere beschreiben sie oftmals stolz und sogar mit einem arroganten Auftreten. Sie selbst scheint sich aber meistens sehr unsicher zu fühlen. Und ich persönlich war gelangweilt von ihr, weil sie in meinen Augen einfach keine eigene Persönlichkeit zu haben schien. Und als gebürtige Augsburgerin hatte ich natürlich auch Erwartungen die Stadt betreffend. Leider vermittelte mir der Roman eher den Eindruck, Augsburg würde aus der Maximiliansstraße und dem Jakobertor bestehen angereichert mit ein paar schummrigen Gassen. Bei Augsburg als Zentrum der Handlung hätte ich mir ein bisschen mehr gewünscht. Das klingt jetzt alles sehr negativ, aber so ist es dann auch wieder doch nicht gemeint. Es ist eben kein Downton Abbey und Vergleiche sind ja sowieso blöd. Die Tuchvilla ist die Tuchvilla. Und dennoch habe ich es gemocht und gerne gelesen. Der Schreibstil war flüssig und die Geschichte rund um Marie, Kitty, Elisabeth und die anderen Villenbewohner unterhaltsam. Eine nette Lektüre (wenn auch nicht mehr!). Eben etwas Schönes zu lesen. Kein Buch, das mich begeistern konnte, aber auch keines, über das ich jetzt etwas wirklich Schlechtes sagen könnte!

Super Auftakt

Von: Sallys Books Datum: 14. March 2017

Ich hatte schon sehr viel gutes über diese Reihe gehört und nun musste ich auch einfach mal damit anfangen, da nun auch der dritte Teil erschienen ist. Das Cover des Buches erinnert mich irgendwie sehr an "Der Winterpalast", wahrscheinlich weil das ganze auch in einer Schneelandschaft mit einer Frau vor einem Herrenhaus ist. Ich mag das Cover sehr gerne, vor allem weil die lila Schrift sich spiegelt. Die Protagonistin Marie ist mir direkt irgendwie vertraut vorgekommen. Sie ist eine Waise, die in einem Kinderheim aufwuchs uns bisher nicht viel schönes in ihrem Leben gesehen hat. Als sie in der Tuchvilla zu Anfangs als Küchenmädchen beginnt, merkt sie das sie dort auch einige Neider hat, die ihr nichts gutes wollen. Doch Marie ist eine starke Persönlichkeit, die sich durchsetzt und auch ihren Mund aufmacht, das fand ich an ihr richtig toll. Aber auch andere Personen im Buch hatten größere Auftritte. So gab es zum Beispiel Katharina, die jüngere Tochter der Hausherren. Sie ist ein sanftmütiges Wesen, das sich sehr für die Kunst interessiert und auch wenn sie manchmal etwas verrückt klingt mit ihren ausschweifenden Reden mochte ich sie sehr. Ganz anders die ältere Tochter Elisabeth, sie ist etwas fülliger als sie sein sollte und auf alles und jeden neidisch, dem es nur ein bisschen besser geht als ihr. Sie ist eine sehr boshafte Person und ich mochte sie überhaupt nicht. Zu guter Letzt gab es noch Paul, den Sohn. Er ist Student in München und studiert dort Jura. Er ist davon nicht so begeistert und mit seinem Vater zerstritten. Er versteht nicht, warum er nicht gleich in der Fabrik für Textile Stoffe mitarbeiten darf und manchmal kam er auch etwas zu naiv rüber, für seine 26 Jahre. Der Schreibstil des Buches war wunderbar. Es lies sich gut lesen, man ist trotz der eher kleinen Schrift gut voran gekommen. Die Kapitellängen waren total super, man konnte das Buch jederzeit weg legen und war danach sofort wieder in der Geschichte. Ich konnte es teilweiße garnicht glauben, welche Unterschiede sich in den 100 Jahren getan haben. Von damals zu heute ist enorm viel passiert und ich mochte es total in diese Welt abzutauchen, in der es noch kein Internet gab, die Menschen teilweiße noch in Pferdekutschen fahren musste, da es noch nicht so viele Autos gab usw. Ich konnte mir das ganze extrem gut bildlich vorstellen und das ganze hat mir sehr spaß gemacht. Es gibt wenige Bücher die bei dieser hohen Seitenanzahl nicht langweilig werden, aber in diesem Buch gab es eigentlich gar keine Längen, die man hat überbrücken müssen. Es war von Anfang an ein sehr Interessanter Roman. Die Autorin: Anne Jacobs veröffentlichte unter anderem Namen bereits erfolgreich historische Romane und exotische Sagas. Mit Die Tuchvilla erfüllt sie sich einen lange gehegten Wunsch und gestaltet ein Familienschicksal vor dem spannenden Hintergrund der jüngeren deutschen Geschichte. Mein Fazit: Ein super Auftakt für diese Reihe und ich hoffe das ich auch bald Band 2 lesen kann :)

[Rezension] „Die Tuchvilla“ von Anne Jacobs

Von: Lesefeuer Datum: 31. December 2016

„Die Tuchvilla“ ist ein Roman von Anne Jacobs und erschien 2015 im Blanvalet Verlag. Augsburg 1913. Marie Hofgartner kommt aus einem Waisenhaus und tritt eine Anstellung als Küchenmädchen in der Tuchvilla an, dem Wohnsitz der Industriellenfamilie Melzer. Marie fällt es nicht leicht ihren Platz unter den Angestellten zu finden. Doch dann beginnt Katharina, die jüngste Tochter des Hauses, eine Vorliebe für Marie zu entwickeln. Auch Paul, der Erbe der Melzers, ist ganz angetan von Marie. Aber Vater Melzer hegt ein Geheimnis. Welche Pläne verfolgte er, als er Marie ins Haus holte… Meine Meinung: Schon oft habe ich mit dem Gedanken gespielt dieses Buch zu lesen, auch weil es der erste Teil einer Reihe ist und ich Buchreihen einfach liebe. Abgehalten hat mich ganz schlicht die Zeit, in der das Buch spielt. Ich mag im Normalfall keine Romane zur Zeit der Weltkriege, aber nun siegte die Neugier. Und es war gut so! Ich habe dieses Buch verschlungen. Mit seinen 701 Seiten ist es kein allzu dünnes Buch aber davon sollte man sich nicht abhalten lassen. Es hat sicher einiges gemeinsam mit Downton Abbey aber das finde ich nicht schlimm. Da ich Downton Abbey liebe, hat es mir sogar geholfen bestimmte Stellen im Buch besser nachvollziehen zu können. Das Geheimnis, was Johann Melzer schon viele Jahre gehütet hat, wird erst am Ende des Buches gelüftet. Ich persönlich hatte mir ein anderes Ende erdacht, somit wurde ich in die Irre geführt. Vielleicht war das von Anne Jacobs aber auch so geplant. Die Protagonisten sind mir allesamt sehr sympathisch und der Schreibstil ist toll. Gerade für so ein Thema finde ich es toll wenn auch der Schreibstil nicht zu hoch gestochen wirkt. Ich freu mich schon sehr auf die beiden weiteren Teile, die ich bereits im Regal zu liegen habe. Klare Leseempfehlung! Das Cover zeigt sicherlich die junge Marie, wie sie ihren Dienst in der imposanten Tuchvilla antritt. Anne Jacobs veröffentlichte unter einem anderen Namen bereits historische Romane und Sagas. Mit Die Tuchvilla erfüllt sie sich einen Traum und gestaltet ein Familienschicksal vor dem Hintergrund der jüngeren deutschen Geschichte. Fazit: 5 Sterne Ich möchte mich ganz recht herzlich bei der Randomhouse Verlagsgruppe bedanken, die mir dieses Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Tolles Familiendrama mit historischen Elementen

Von: SophieNdm Datum: 14. November 2016

Inhalt: Augsburg, 1913. Die junge Marie tritt eine Anstellung als Küchenmagd in der imposanten Tuchvilla an, dem Wohnsitz der Industriellenfamilie Melzer. Während das Mädchen aus dem Waisenhaus seinen Platz unter den Dienstboten sucht, sehnt die Herrschaft die winterliche Ballsaison herbei, in der Katharina, die hübsche, jüngste Tochter der Melzers, in die Gesellschaft eingeführt wird. Nur Paul, der Erbe der Familie, hält sich dem Trubel fern und zieht sein Münchner Studentenleben vor – bis er Marie begegnet … Meine Meinung: Nach langer Zeit endlich mal wieder ein "hsitorischer" Roman der mich richtig packen konnte. Marie war mir sofort sympathisch, ihre authentische Art sich nicht so leicht unterkriegen zu lassen fand ich so toll. Auch die anderen Personen im Haushalt, wie die Köchin Brunnenmayer und Katharina habe ich gleich ins Herz geschlossen. Elisabeth Melzer hingegen fand ich schrecklich. Der Großteil der Geschichte spielt sich im Herrenhaus ab, was mir sehr gut gefallen hat. Man bekommt so einen guten Einblick in die häuslichen Abläufe und das Leben der Bediensteten/ der Herrschaften. Die Story an sich ist vom Niveau her eher seicht aber dennoch sehr unterhaltsam und mitreißend. Es gab auch einige "spannende" Wendungen, die ich so nicht erwartet hätte. Generell kamen mir die geschichtlichen Hintergründe etwas zu kurz. Das Familiendrama spielt Ende 1913 bzw. Anfang 1914 und der drohende Krieg wird kaum erwähnt. Das Ende fand ich etwas kitschig aber passend. Zum Schreibstil der Autorin kann ich nur sagen, dass er mich angesprochen hat und ich das Lesen sehr angenehm fand. Fazit: Nicht sehr anspruchsvoll aber trotzdem extrem gut. Freue mich auf den zweiten Teil, welcher bald gelesen wird!

[Rezension] „Die Tuchvilla“

Von: Ninespo Datum: 29. October 2016

„Die Tuchvilla“ in drei Worten? Bewegend, spannend, fesselnd. Cover & Gestaltung von „Die Tuchvilla“? Ich habe mich direkt auf den ersten Blick in das Cover verliebt. Es ist einfach so unfassbar schön. Es strahl eine gewisse Eleganz aus, ein Versprechen längst vergangener Tage. Das Buch bringt eine Atmosphäre herrlicher Feste und Bälle mit sich, und kann eben dieses Versprechen auch halten. Das Innere des Buchs ist recht schlicht gehalten. Worum geht`s in „Die Tuchvilla“? In der Geschichte geht es um Marie und Familie Melzer, die das junge Mädchen als Küchenhilfe angestellt haben. Die Familie selbst besitzt eine Tuchfabrik. Im Laufe des Romans entdeckt der Leser viele Lebensgeschichten, Geheimnisse und Intrigen, die ein großes und in sich stimmiges Gesamtbild ergeben. Zeitlich angesiedelt ist die Handlung im Jahre 1913, wobei die Geschichte einige Monate Erzählzeit umfasst. Dabei wird die Geschichte aus diversen Erzählperspektiven gezählt, die der Leser dann zusammensetzen kann, um mögliche Enden zu gestalten. Ich muss hierbei zugeben, dass ich mich ganz schön in die Irre habe führen lassen. Der Schreibstil von Anne Jacobs? Anne Jacobs schreibt göttlich. Ich bin ihrer flüssigen und atmosphärischen Schreibe direkt verfallen. Sie schafft es, mit ihrer Wortwahl jeder Figur das besondere Etwas zu geben. Dabei spielt sie vor allem mit Dialekten und Umgangssprache, zumindest was das Personal des Hauses angeht. Ich habe diese Detailverliebtheit sehr positiv empfunden. Das Figurenpersonal in „Die Tuchvilla“? Die Figuren der Tuchvilla sind allesamt sehr gut gestaltet. Es gibt durchaus Figuren, die ich auf den Tod nicht ausstehen konnte, wobei eben das eine gute Charaktergestaltung ausmacht. Am liebsten hätte ich stellenweise durchs Buch gegriffen, um ungeliebte Figuren zu schütteln. Dafür gibt es mit Marie, Kitty und Paul unheimlich liebenswerte Figuren, die ich nur zu gerne im Folgeband wieder auf ihrem Weg begleite. Insgesamt kam mir das Figurenpersonal in „Die Tuchvilla“ sehr realistisch vor, mit Ecken und Kanten; zudem gibt es geliebte und verhasste Figuren. Positives über „Die Tuchvilla“? Ich mochte alles. Die Stimmung, die Geschichte, die Wendungen, die Figuren, den Schreibstil, das Setting… ich bin unheimlich gerne Teil der Tuchvilla gewesen. Ich habe mit den Figuren gelitten, ihre Freude geteilt, ihren Schmerz empfunden. Ich habe gerätselt und kolossal danebengelegen. Empfehlung zu „Die Tuchvilla“? Wer mir eine Weile folgt, weiß, dass ich historische Romane liebe. Und „Die Tuchvilla“ ist nun zu einer meiner liebsten Reihen avanciert. Sie hat Melodrama, tolle Figuren, Spannung und ereignisreiche Wendungen. Kurzum: Ich kann diese Reihe bedingungslos empfehlen. Ich danke dem Blanvalet Verlag herzlich für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von „Die Tuchvilla“.

Eine lebhafte Reise in die Vergangenheit

Von: Books Inside Datum: 19. September 2016

Kurzbeschreibung: Ein Herrenhaus. Eine mächtige Familie. Ein dunkles Geheimnis … Augsburg, 1913. Die junge Marie tritt eine Anstellung als Küchenmagd in der imposanten Tuchvilla an, dem Wohnsitz der Industriellenfamilie Melzer. Während das Mädchen aus dem Waisenhaus seinen Platz unter den Dienstboten sucht, sehnt die Herrschaft die winterliche Ballsaison herbei, in der Katharina, die hübsche, jüngste Tochter der Melzers, in die Gesellschaft eingeführt wird. Nur Paul, der Erbe der Familie, hält sich dem Trubel fern und zieht sein Münchner Studentenleben vor – bis er Marie begegnet … Meine Meinung: Tolles Cover! Klar strukturiert und schöne helle Farben, die das ganze abrunden. Das Cover ist ja das, was den Blick einfängt und hier war es definitiv der Fall. Nicht nur äußerlich sondern auch mit dem Inhalt konnte mich " Die Tuchvilla" , der erste Teil einer Trilogie, sehr überzeugen. Ein sehr Lebhafter Schreibstil mit klaren Formen war das i- Tüpfelchen um zu sagen, dass mich das Buch wirklich überzeugen konnte. Leider gab es auch das ein oder andere wo ich sage ...gut, dies oder jenes hätte man abkürzen können, da die lange umherrede die Sache ansich sehr vorausschaubar gemacht hat, aber etwas zu meckern wird man ja immer finden :-) Auch fand ich die Aufteilung der Kapitel sehr gut, da man so nicht durcheinander kam und zu jedem der mitwirkenden Personen, welche doch sehr Klischeebehaftet sind, etwas erfahren hat. Die Protagonistin Marie ist mir von Anfang an richtig ans Herz gewachsen und ich habe ihr immer zur Seite gestanden. Aber sollte sie wirklich der Grund sein, wieso Unheil über sie alle kommt?! Marie hat eine doch sehr geheimnissvolle Vorgeschichte, welche im Verlauf des Buches immer wieder aufgegriffen wird, was ich für mich sehr interessant fand, da es sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch gezogen hat. Jedes noch so kleine Detaill konnte im zusammenhang enorm wichtig sein. Auch war die Zeitliche darstellung ( 1 Jahr ) sehr gut untergebracht. Mein Fazit: Ein sehr Detaillfreudiges und Lebhaftes Buch, welches sich wirklich angenehm Lesen lässt und kalte Herbsttage mit einer schönen Tasse Tee zu einem wahren Erlebnis machen können.

Erinnert stark an Downton Abby

Von: Die Buchmaid Datum: 27. July 2016

Bei dem Buch „Die Tuch Villa“ handelt es sich um den ersten Teil einer Trilogie. Ich hatte während dem lesen schon die ganze Zeit das Gefühl das mich die Geschichte an irgendwas erinnert!! Als begeisterter „Downton Abby“ Serienjunkie wurde mir schnell klar, woran es mich erinnert. Bei dem Buch handelt es sich um ein Rezensions Exemplar direkt vom Verlag, besonders angesprochen hatte mich die Tatsache, dass die Geschichte in Deutschland spielt und der historische Hintergrund. Auch wenn der Schreibstil der Autorin sehr gut ist und sich somit die Geschichte sehr flüssig lesen lässt, hatte ich zeitweise wirklich Probleme bei dem Buch zu bleiben. Auch wenn der Grundgedanke des Ganzen wirklich gut ist konnte mich die Handlung einfach nicht überzeugen. Es war auch sehr schwer für mich das Buch bis zum Ende zu lesen. Jedoch habe ich mich durchgebissen. Leider ist das Buch extrem langweilig und vieles ist voraussehbar und man hätte die ganze Geschichte auch definitiv abkürzen können. Ich bin jetzt gespannt auf den zweiten Teil und hoffe das dieser besser wird.

Gutes Buch

Von: Jiskett Datum: 06. July 2016

Die Tuchvilla hat stark angefangen, gegen Ende aber nachgelassen. Der Einstieg war sehr interessant. Uns wurde Marie, die Protagonistin, vorgestellt, die ihre neue Stelle in der Tuchvilla in Augsburg antritt und dabei wurden ihre Umstände und die neue Umgebung genau beschrieben. Die Hintergrundgeschichte der Protagonistin schien hierbei recht geheimnisvoll zu sein und das Potential für komplexe Entwicklungen und Erzählungen zu bieten, vor allem, als eine der Angestellten des Hauses voraussagte, Marie werde Unheil bringen... Zudem gab es Kapitel über die beiden Töchter der Herrschaft, Elisabeth und Katharina, und später auch den Sohn Paul. Diese Kapitel waren durchaus interessant, da sie einen anderen Blick auf die Situation ermöglicht und die anderen Figuren vorgestellt haben, aber ich muss mich @Svanvithe anschließen - die Charaktere sind doch recht klischeehaft dargestellt, mit der guten, freundlichen Marie und der flatterhaften, naiven, aber sympathischen Katharina und ihrer etwas beleibten, intriganten Schwester. Gerade Marie hätten mehr Ecken und Kanten nicht schaden können. Sie wird gelegentlich als "hochmütig" und "aufsässig" dargestellt und ihre Kollegen sind nicht alle von ihr angetan, aber sie zieht keine wirklichen Nachteile daraus. Hier war durchaus mehr Konfliktpotential vorhanden, dass die Autorin hätte ausschöpfen können. Paul... ist für mich schwer zu beurteilen. Einerseits ist er mir durchaus sympathisch und mir gefällt seine Einstellung zu vielen Punkten, aber mich hat sehr gestört, wie er mit Marie umgegangen ist, nachdem sie seinem Werben nicht nachgibt. Er reagiert wie ein typischer verwöhnter Junge, der es gewohnt ist zu bekommen, was er will. Dabei wirkt er wie ein schmollendes Kind und er bemitleidet sich selbst sehr; zudem wird er fast schon gehässig, es wirkt teilweise fast so, als wollte er Marie bestrafen. So schlägt er beispielsweise vor, sie könnte nach seiner Heirat mit einer anderen Frau für ihn arbeiten und seine Kinder betreuen. Natürlich verstehe ich, dass sein Stolz verletzt wurde und er auch leidet, da sie seine Gefühle nicht zu erwidern scheint, aber dennoch fand ich sein Verhalten unmöglich und ich wollte danach nicht mehr wirklich, dass die beiden zusammen kommen. Vermutlich sehe ich das zu eng und messe dem zu viel Bedeutung bei, aber es hat mich wirklich gestört. Deshalb hat mir der Anfang des Buches auch besser gefallen... gegen später nahmen die einzelnen romantischen Verwicklungen mehr Raum ein und da keine der Beziehungen mich wirklich interessierte, war die Geschichte für mich nicht unbedingt spannend. Die Handlung spielt innerhalb eines Jahres und in dieser Zeit gibt es einige Veränderungen, aber auch ganz alltägliches Leben und die Autorin hat beides sehr gut dargestellt. Der Schreibstil lässt sich angenehm lesen, sodass auch die recht detaillierten Beschreibungen interessant und (für mich) keineswegs langweilig waren. Gut gefallen hat mir auch, dass scheinbar unwichtige kleine Szenen später im Buch wieder zu neuer Bedeutung gelangten. Gerade in Bezug auf Maries Hintergrundgeschichte war es, als würden verschiedene Puzzleteile nach und nach an ihren Platz fallen. Gegen Ende hat sich dann alles ein wenig gezogen und der stärkere Fokus auf der Romanze zwischen Marie und Paul hat mir nicht zugesagt, aber der Abschluss selbst hat mir ganz gut gefallen, obwohl es ein bisschen zu glatt ging - ein typisches Friede, Freude, Eierkuchen-Ende eben. Das ist nicht unbedingt etwas schlechtes, aber auch hier gab es einiges an Konfliktpotential, das doch recht schnell abgehandelt wurde, was etwas enttäuschend war. FAZIT: Die Tuchvilla ist insgesamt ein gutes Buch, das durch die etwas klischeehafte Darstellung der Charaktere und einen für mich zu großen Fokus auf einer Romanze, an der ich nicht (mehr) interessiert war, an Potential verliert, das durch eine verstärkte Einarbeitung der historischen Hintergründe und ernsteren Problemen hätte genutzt werden können. Dennoch habe ich mich aber bei der Lektüre gut unterhalten und trotz aller Kritik gab es mehrere interessante Handlungsstränge.

Die Tuchvilla...

Von: Lissi Datum: 25. May 2016

Dieses Buch fiel mir zuallererst durch das wunderschön gestaltete Cover auf. Die Melzer'sche Tuchvilla liegt unter einer leichten Schneedecke begraben und ein Mädchen macht sich auf den Weg dorthin. Dieses Bild ebnet uns schon den Weg in den Beginn des Buches, denn das Waisenmädchen Marie Hofgartner macht sich im Jahr 1913 auf den Weg zu ihrer neuen Arbeitsstelle in Augsburg. Sie wird Küchenmädchen in der Villa und darf der Köchin, sowie den Stubenmädchen zur Hand gehen. Die erste Zeit fällt Marie sehr schwer, denn die erfahrenen und geschwätzigen Mitarbeiterinnen machen ihr die Arbeit nicht leicht. Doch Marie ist nicht auf den Mund gefallen und fällt mit ihrem Stolz auch schon dem Familienoberhaupt Johann Melzer, sowie seinem Sohn Paul auf. Eines Tages wird Marie in die heruntergekommene Unterstadt geschickt um Weihnachtsgeschenke an arme Stadtbewohner zu verteilen. Das letzte Päckchen führt sie in eine kleine Kneipe. Dort unter dem Dach wohnt eine alte geschwätzige Frau, die Marie sofort hereinbittet. Als sie Maries Namen erfährt, erzählt sie ihr dass ihre Mutter einst dieses Zimmer bewohnt hat und auch dort gestorben ist, nachdem ihr all ihre Möbel im tiefsten Winter genommen wurden. Marie ist von diesen Informationen schockiert und möchte herausfinden, wer so grausam ist und einer jungen Mutter so etwas antut. Als sie dann auch noch erfährt dass ihr Arbeitgeber Johann Melzer seine Finger im Spiel hatte, ist Maries Tatendrang geweckt. Zudem hat auch noch der Fabrikssohn Paul ein Auge auf Marie geworfen. Meine Meinung: Dieses Buch wollte ich mir eigentlich für den Winter aufheben, da das Cover sehr passend wäre. Allerdings habe ich es nicht mehr ausgehalten und direkt mit dem Lesen begonnen. Das Buch war von Anfang an spannend, leicht zu lesen und zu verstehen. Alle Personen waren so gut beschrieben dass ich sie sehr detailiert vor Augen hatte. Die Marie war mir sehr sympathisch, ebenso wie die Köchin Brunnenmayr die immer auf neutralem Boden stand und die Mutter Alicia. Die jüngste Tochter Katharina war mir meist zu sprunghaft und naiv. Vorallem im Teil des Buches der uns (ACHTUNG SPOILER) nach Paris entführte. Man hätte sie am liebsten nehmen wollen und schütteln, damit sie wieder zu Verstand kommt. Auch die Liebesgeschichte die sich zwischen Paul und Marie anbahnte war für meinen Geschmack genau richtig ausgearbeitet. Ich bin kein Fan von zu viel Gefühlsduselei, doch das schien mir hier im genau richtigen Maße. Nur Maries Ziererei konnte ich zeitweise nicht verstehen und es zog sich manchmal etwas hin. Das Ende der Geschichte gefiel mir gut. Den Cliffhanger verstand man nur wenn man weiß wie der erste Weltkrieg begann und es machte neugierig auf Band 2.

Keine historischen Fakten und zu ausführlich

Von: hessen liest Datum: 24. April 2016

1913 tritt Marie, ein Waisenkind, ihre Stelle als Küchenmagd in dem Haushalt der reichen Familie Melzer an. Sie hat es zunächst nicht leicht, bis sich die Tochter des Hauses, Katharina, ihr ihre Freundschaft anbietet. Auch der Bruder von Katharina, Paul ist von der Küchenmagd ganz angetan. eine Liebe zwischen dem Sohn des Hauses und einer Angestellten wäre jedoch fatal. Bald stellt sich heraus das Maries Herkunft nicht so ungewiss ist, wie sie auf den ersten Blick erschienen ist, darüber scheint der Herr des Hauses mehr zu wissen als er preisgibt. Nach den ersten Seiten war ich von dem Buch sehr angetan, dies hat sich dann aber leider schnell geändert. Zum einen wird Marie zunächst als sehr zart und hilfsbedürftig dargestellt, nur ein paar Seiten weiter ist sie so stark und wehrt sich gegen einen anderen Namen und ihre Zimmergenossin. Es ist durchaus schön dass Marie einen so starken Charakter hat und sich zur Wehr zu setzen weiß, mir ging aber die Verwandlung viel zu schnell. Dann hatte ich immer das Gefühl, dass die Handlung auf der Stelle tritt, da jedes Detail ausführlich beschrieben wurde. Ich mag einen bildhaften Schreibstil , bei dem man sich das gelesene vorstellen kann, hier war es mir eindeutig zu viel Weiterhin gestört hat mich dass es keine historischen Fakten gab, die Geschichte hätte jederzeit und überall spielen können. Unter historischer Roman würde ich das Buch nicht einordnen, es gehört in die Rubrik Unterhaltung - Frauenromane. Mit 700 Seiten hat sich die Autorin übernommen, weniger wäre definitiv gut gewesen, dann wären viele langatmige Passagen weggefallen. Ein plus ist, der einfache, gut zu lesende Schreibstil, was mir aber nicht ausgereicht hat um mehr als drei Sterne zu vergeben.

Downton Abbey in Augsburg

Von: DanielaU Datum: 14. April 2016

Die Geschichte spielt in August im Jahr 1913. Der Erste Weltkrieg rückt näher, doch davon spürt man in der Familie Melzer noch nichts. Die Melzers sind Tuchfabrikanten und ihre Villa liegt in einem wunderschönen Park, in direkter Nähe zur Fabrik. Dorthin kommt nun eines Tages die junge Marie. Die Waise soll als Küchenmädchen in der Tuchvilla arbeiten. Nachdem sie sich schon in einigen Stellungen als aufmüpfig gezeigt hat, ist dies ihre letzte Chance. Auch hier fällt sie nicht gerade durch dienstboten-typisches, demütiges Verhalten auf, sondern zeigt sich selbstbewusst und durchaus zu Widerworten bereit. Freunde macht sie sich damit unter den anderen Dienstboten nicht, doch anscheinend legte die Herrschaft Wert darauf, dass sie eingestellt wurde und so arrangiert man sich mit ihr. Doch warum wurde sie überhaupt in die Tuchvilla geholt, steckt hier ein Geheimnis dahinter? Im weiteren Verlauf freundet sich Marie immer mehr mit Katharina, der jüngeren Tochter des Hauses, an und auch deren Bruder Paul scheint sich mehr für Marie zu interessieren, als sich das für ein Küchenmädchen geziemt. Wo das wohl alles hinführen wird? Die Geschichte spielt sich zu großen Teilen in der Villa der Familie Melzer statt. Von der Umgebung erfährt man bis auf kleine Ausflüge wenig, das Zeitgeschehen wird nur selten in Nebensätzen erwähnt, die Handlung konzentriert sich tatsächlich vielmehr auf den Mikrokosmos der Tuchvilla. Doch dies wird in keiner Weise langweilig, denn über allem liegt das Geheimnis um Maries Herkunft und das Motiv der Melzers, sie in ihren Haushalt aufzunehmen. Die verschiedenen Figuren werden intensiv charakterisiert und dadurch sehr gut vorstellbar. Es ist eine überschaubare Anzahl, die Familie Melzer, bestehend aus Vater, Mutter, den Töchtern Elisabeth und Katharina sowie Sohn Paul und natürlich die Dienstboten, in deren Mitte wir uns mit Marie erst einmal wiederfinden. Ein Vergleich mit Downton Abbey drängt sich hier natürlich geradezu auf. Dazu kommen noch einige Herren von außerhalb, denn die Melzer-Töchter sind im heiratsfähigen Alter und da gibt es natürlich einige amouröse Verwicklungen. Mir hat die Lektüre gut gefallen, an einigen Stellen fand ich die Geschichte ein klein wenig langatmig, aber insgesamt wurde ich gut unterhalten. Besonders gut fand ich, dass die meisten Figuren nicht ganz einfach einzuordnen waren, jeder hatte positive und negative Seiten und so wurden sie für mich glaubwürdig und realistisch im Gegensatz zu klischeehaften Gutmenschen und Bösewichten, die einem so oft in Romanen begegnen. Da es sich um einen ersten Teil handelt, dürfen wir Leser uns auf eine Fortsetzung und ein Wiedersehen mit den Figuren freuen.

Ein wunderbarer Roman über Liebe, Familie und Freundschaft zu Beginn des 20. Jahrhunderts

Von: Anika Cataldi Datum: 15. March 2016

Inhalt: Ein Herrenhaus. Eine mächtige Familie. Ein dunkles Geheimnis … Augsburg, 1913. Die junge Marie tritt eine Anstellung als Küchenmagd in der imposanten Tuchvilla an, dem Wohnsitz der Industriellenfamilie Melzer. Während das Mädchen aus dem Waisenhaus seinen Platz unter den Dienstboten sucht, sehnt die Herrschaft die winterliche Ballsaison herbei, in der Katharina, die hübsche, jüngste Tochter der Melzers, in die Gesellschaft eingeführt wird. Nur Paul, der Erbe der Familie, hält sich dem Trubel fern und zieht sein Münchner Studentenleben vor – bis er Marie begegnet … (© Inhalt: Blanvalet Verlag) Persönliche Meinung: Was für ein Roman! Diese Geschichte hat mich wirklich verzaubert! Der Schreibstil, die Atmosphäre, die Story...es hat einfach alles gepasst und ich bin einfach nur begeistert von diesem Buch. Alles ist hier wieder ganz nach meinem Geschmack. Wir befinden uns zu Beginn der Geschichte im Jahre 1913 und im Gegensatz zu vielen anderen Geschichten, die ich aus dieser Zeit schon gelesen habe, spielt diese hier in Deutschland. Genauer gesagt in Augsburg. Der Großteil der Geschichte spielt in und um das Herrenhaus der wohlhabenden Familie Melzer. Bestehend aus Vater Johann, Mama Alicia, den Töchtern Elisabeth und Kitty und dem Sohn Paul. Den Melzers gehört eine Fabrik und diese wirft ziemlich gutes Geld ab und so haben die Melzers einen sehr hohen Lebensstandard. Unsere Hauptperson ist Marie. Das junge Mädchen bekommt eine Anstellung als Küchenmagd in der Familie Melzer und hat es dort zu Beginn nicht leicht und muss sich erst in ihre neue Aufgabe einfinden. Abwechselnd dazu tauchen wir natürlich auch in das gehobene Leben der Melzers ein. Und so entsteht hier eine perfekte Mischung zwischen arm und reich. Die Villa, die Fabrik, generell das ganze Umfeld ist sehr schön beschrieben und dennoch bleibt genug Platz für die eigenen Fantasie. Hach wie oft ich mir den Park oder auch die einzelnen Räume ausgemalt habe. Die Charaktere dieses Romans sind alle wirklich auf ihre Art und Weise ganz wunderbar und sehr liebevoll ausgearbeitet. Man merkt wirklich, wie viel Liebe die Autorin dort hinein gesteckt hat. Natürlich hat mir vor allem Marie gefallen. Ich mochte ihre Art und ihr Denken sofort und habe sie in mein Herz geschlossen. Sie ist ein wunderbares Mädchen und hat das Herz an der richtigen Stelle. Sie ist vernünftig und verantwortungsbewusst und das alles trotz ihrer schlimmen Vergangenheit. Sie hat so viel Lebensfreude, ich glaube in ihrer Situation hätte das nicht jeder. Die anderen Bediensteten der Melzers sind teilweise sehr herzlich, teilweise sehr grantig. Aber das hat mir beides gut gefallen und hat dem ganzen etwas Pfiff verliehen. Ein paar Intrigen unter den Angestellten, sowas gehört doch einfach dazu. Die gnädigen Herrschaften waren für mich da schon ein ganz anderes Kaliber: Vater Johann meist mürrisch und unzufrieden. Ihn mochte ich am wenigsten und wurde mit ihm auch nicht wirklich warm. Trotzdem ist er ein wichtiger Bestandteil der Familie und der ganzen Geschichte. Mama Alicia die im Grunde für alle nur das Beste möchte, aber oft nicht merkt, dass sie damit vieles verschlimmert. Die ältere Schwester Elisabeth, die nicht so ganz den äußerlichen Vorstellungen der Gesellschaft entspricht. Sie ist für mich eine ganz tragische Rolle. Sie wird oft vor den Kopf gestoßen und verletzt, dennoch wird das von den anderen gar nicht wahr genommen und das trotzdem sie einfach nur versucht irgendwie die Anforderungen zu erfüllen. Kitty, das junge quirlige Mädel, dass sich alles erlauben darf und immer bevorzugt wird. Sie fand ich einerseits total süß und andererseits absolut nervig. Und natürlich Paul, der Bruder und Firmenerbe. Ach Paul...ein ganz toller junger Mann, der weiß was sich gehört. Ein bißchen zum verlieben. Doch nicht nur die Charaktere haben mir durchweg gut gefallen, auch der Verlauf der Geschichte hat ganz meinen Geschmack getroffen. Es ist einfach von allem was dabei. Familiengeschichte, Liebe, Glamour aber auch Armut, Spannung, Freundschaft...ja all das finden wir in "Die Tuchvilla". Und da es hier auch ein Geheimnis gibt, laufen die Gedanken immer auf Hochtouren. Ich zumindest lag mit meinen ersten Vermutungen total daneben. Was noch erwähnenswert ist, ist der geschichtliche Aspekt. "Die Tuchvilla" spielt kurz vor dem ersten Weltkrieg und natürlich wird dieses Thema ab und an angeschnitten. Dennoch wie ich finde wirklich nur am Rande, was vielleicht das Buch nicht nur für Liebhaber historischer Romane interessant macht. Wir lesen hier eher viel über die Gesellschaft Anfang des 20. Jahrhunderts und das macht wirklich Spaß. Fazit und Bewertung: Ein wirklich schöner und absolut empfehlenswerter historischer Roman. Da der Schreibstil der Autorin wirklich großartig ist und sich super lesen lässt, kann ich das Buch auch Leuten empfehlen, die sich bisher eher nicht an die Historik getraut haben. Hier wartet ein echtes Lesevergnügen auf euch!

Der Beginn einer interessanten Familiengeschichte

Von: Isbel Datum: 06. March 2016

Die Geschichte hat ihren Schauplatz in Augsburg kurz vor Ausbruch des ersten Weltkrieges, spielt sich allerdings hauptsächlich in der Tuchvilla ab und geschichtliche Ereignisse werden nur in Nebensätzen erwähnt. Die Waise Marie ist der zentrale Punkt der Story. Sie ist neu in der Tuchvilla und obwohl sie nicht die übliche Haltung einer Hausangestellten an den Tag legt, und von den anderen Angestellten zuerst als hochmütige, aufsässiges Ding abgestempelt wird, hat sie aus unbekannten Gründen ihre Stellung in der Tuchvilla sicher. Sie freundet sich bald mit Kitty, einer der Töchter der Familie Melzer an und auch Paul, der Sohne der Familie, lässt sie nicht kalt. Elisabeth, die älteste Tochter, sieht das alles gar nicht gern, hat aber ganz andere Sorgen, da der Mann, den sie liebt, sich mehr für ihre Schwester Kitty interessiert. Kitty allerdings schwärmt von Paris und dem freien Leben als Künstlerin. Die Geschichte dreht sich um Marie, die bald herausfindet, dass Herr Melzer mehr über sie und ihre Herkunft weiß, als er zugibt; um Elisabeth und Kitty, die beide ihre große Liebe und ihr Glück finden wollen; um Paul, der die Anerkennung seines Vaters sucht und sich nicht standesgemäß verliebt; und am Rande um die Hausangestellten, die nicht anders wie ihre Herrschaften Intrigen spinnen, um zu bekommen was sie wollen. Die Charaktere sind alle sehr schön ausgearbeitet. Sie haben ihre Kanten und Ecken, und es gibt kein Gut und Böse. Zum Beispiel Maria Jordan, eine der Hausangestellten, die ich überhaupt nicht leiden konnte, war irgendwie Maries Gegenspielern, aber dennoch konnte ich ihre Handlungen durchaus verstehen. Die drei folgenden Frauen könnten unterschiedlicher nicht sein, aber sie beeinflussen ihre Leben so stark gegenseitig, dass sie alle nicht aus der Geschichte wegzudenken sind. Marie ist in meinen Augen eine sehr starke Persönlichkeit. Sie ist im Waisenhaus aufgewachsen, wo man versucht hat sie zu brechen. Sie weiß, um ihre Stellung, aber gleichzeitig ist sie auch stolz. Stolz nicht im negativen Sinn, sondern eher als ein: Ja, ich bin Dienstmagd und arm, aber ich bin ein Mensch wie alle anderen und hab das Recht gut behandelt zu werden. Als sie erkennt, dass Herr Melzer mehr über ihre Familie weiß, geht sie sehr bedacht und überlegt vor. Was sehr gut im Einklang zum bisherigen Eindruck von ihr passt. Kitty ist auch ein sehr interessanter Charakter. Erst habe ich sie als verwöhnte, extravagante Künstlerin gesehen, die "das einfache Leben" nur aus dem romantischen Blickwinkel betrachtet. Aber im Laufe der Geschichte zeigt sich, dass sie ein sehr verletzlicher Charakter ist. Und im Bezug auf Männer sehr naiv. Ihr scheint ihre Wirkung auf Männer nicht wirklich bewusst zu sein und auch nicht, dass ihre Verhalten ihre Schwester zur Eifersucht treibt. Elisabeth geht in ihrer Familie etwas unter. Auf mich wirkte sie oberflächlich und von Neid auf ihre Kitty zerfressen. Das machte sie nicht gerade sympahtisch, erklärt aber sehr gut ihre Taten im Laufe der Story. Die Geschichte hat mich wunderbar unterhalten. Ich habe mit Marie mitgerätselt, welches Geheimnis ihre Herkunft hat. Hab gehofft, dass Kitty ein bisschen mehr in der Realität lebt und trotzdem nicht ihre Träume aufgibt und das Elisabeth erkennt, dass ihr Traummann ein Mistkerl ist. Und natürlich ob Paul es schafft, seine große Liebe zu überrreden ihn zu heiraten, auch wenn sie nicht seinem Stand angehört und um ihre Stellung weiß. Der Schreibstil ist einfach und lässt sich leicht und flüssig lesen. Obwohl die Story verschiedene Handlungsstränge beschreibt, weiß man immer aus welcher Sicht grade geschrieben wird, sodass hier kein Durcheinander entsteht.

Eine neue Familiensaga mit Potential

Von: Eliza Datum: 17. February 2016

Mir hat die Tuchvilla sehr gut gefallen, eine spannende Familiensaga im Stile von Downton Abbey, obwohl natürlich das Original unerreicht bleibt. Die Schicksale der Dienerschaft sind mit denen der Herrschaften verwoben und beide können nicht ohne einander ihr Leben bestreiten. Marie ist eine sehr sympathische Figur, die ich direkt ins Herz geschlossen hatte. Sie sagt was sie denkt und hat nicht übermäßigen Respekt vor der Familie Melzer. Katharina soll im Laufe der Geschichte zu ihrer besten Freundin werden und zu einem Menschen, der einen gewissen Einfluss auf sie besitzt. Aber auch die Tragik kommt in diesem Roman nicht zu kurz. Ein Unfall in der Fabrik erschüttert alle, und lässt nicht wenige Menschen nachdenklich zurück. Es ist ein in sich stimmiger Roman, der nicht ruhig und besonnen daher kommt. Wer Action sucht wird hier nicht fündig werden. Die Spannung hält sich mitunter in Grenzen, dennoch wenn man einmal dem Sog erlegen ist, wird man das Buch kaum noch aus der Hand legen wollen. Der Schreibstil der Autorin ist angenehm zu lesen und flüssig. Dialoge und erzählende Passagen halten sich die Waage. Die Protagonisten sind zum Teil recht lebensecht gezeichnet, wobei ich mir noch mehr Charakterzüge von einigen gewünscht hätte, so ist teilweise eine gewisse Eindimensionaligkeit nicht abzustreiten. Von mir gibt es deshalb eine klare Leseempfehlung an alle die gerne Familiensagas lesen und mit kleinen Schönheitsfehlern leben können. Ich werde die Fortsetzung dieses Romans ganz sicher lesen.

historische Liebesgeschichte

Von: BücherLiebe Datum: 31. January 2016

Die Tuchvilla - von Anne Jacobs Blanvalet Verlag Taschenbuch 704 Seiten 9,99 € Inhalt: Ein Herrenhaus. Eine mächtige Familie. Ein dunkles Geheimnis … Augsburg, 1913. Die junge Marie tritt eine Anstellung als Küchenmagd in der imposanten Tuchvilla an, dem Wohnsitz der Industriellenfamilie Melzer. Während das Mädchen aus dem Waisenhaus seinen Platz unter den Dienstboten sucht, sehnt die Herrschaft die winterliche Ballsaison herbei, in der Katharina, die hübsche, jüngste Tochter der Melzers, in die Gesellschaft eingeführt wird. Nur Paul, der Erbe der Familie, hält sich dem Trubel fern und zieht sein Münchner Studentenleben vor – bis er Marie begegnet … Meine Meinung: Die Story spielt kurz vor dem ersten Weltkrieg in Augsburg (1913). Die Protagonistin Marie wuchs im Waisenhaus auf und sucht nun eine Anstellung als Küchenmädchen. Diese findet sie bei einer gut situierten Fabrikantenfamilie, den Melzers. Das selbstbewusste Dienstmädchen fällt auf und freundet sich mit der jüngsten Tochter, Katharina, der Melzers an, Auch der Sohn Paul findet immer mehr Gefallen an dem neuen Dienstmädchen, doch dies gehört sich in seinem Stand nicht... Schließlich kommt ein alles veränderndes Geheimnis ans Licht .... Die Protagonisten in diesem Buch sind sehr detailliert und stark dargestellt. Die Autorin schreibt unverblühmt und ohne große Schnörkel. Das Buch lässt sich schnell weglesen, hat jedoch gewisse Längen und kleinere Handlungsstränge, die nicht ganz schlüssig zusammenpassen. Historisch eingebunden eine durchaus stimmige Liebesgeschichte, die man so oder so ähnlich sicher auch nach wenigen Seiten des Buches erwartet. Ich bin gespannt wie es weiter geht!!! 4 von 5 Herzen <3 <3 <3 <3

Eine wundervolle Familiengeschichte

Von: Frau Kugelfisch Bücherblog Datum: 23. January 2016

Augsburg, 1913: Die junge Waise Marie beginnt in der Tuchvilla, dem Zuhause der Industriellenfamilie Melzer als Küchenmädchen zu arbeiten. Sie versucht damit auch den schwierigen Bedingungen im Waisenhaus zu entkommen. Langsam aber sicher, versucht sie ihren Platz unter den Dienstboten in diesem herrschaftlichen Haus zu finden. Währenddessen bereitet sich die Herrschaft auf die erste Saison ihrer jüngsten Tochter Katharina vor. Doch es gibt dunkle Wolken am Horizont. Paul, der Sohn und künftige Erbe der väterlichen Fabrik, möchte sein Studium der Rechtswissenschaften nicht weiterführen und legt sich dadurch und auch aus vielerlei anderen Gründen mit seinem Vater an. Meine Meinung Meine Lieben, ich FEIERE dieses Buch. Meiner Meinung nach ein absolutes Highlight unter den Familiengeschichten! Die Charakter sind meiner Meinung nach wahnsinnig gut ausgearbeitet. Jeder einzelne Charakter in diesem Buch hat seine eigene Art, seine eigene kleine Geschichte und wirkt absolut glaubhaft. Man fühlt mit jeder Person mit, man versteht jede Person und kann wirklich für jede Person etwas fühlen. Sei es Abneigung, Hass, Zuneigung, Mitleid oder Wut. Es dauert ein bisschen, bis man sich im Buch und in der Geschichte zurecht findet. Das ist bei 700 Seiten Umfang aber natürlich auch normal. Aber dann kann man dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen und kann nicht mehr mit Lesen aufhören. Es war wie eine Sucht. Man möchte die Geheimnisse ergründen, den Intrigen auf den Grund gehen, mehr über die Personen erfahren und Marie begleiten. Es war wirklich wundervoll. Die politische Lage in Europa zur Zeit vor dem ersten Weltkrieg wurde nur am Rande gestreift und hat keine grosse Rolle gespielt, was meiner Meinung nach aber auch gut so war. Meiner Meinung nach ist das Leben der Herrschaft, sowie der Dienstboten in einer wirklich glaubwürdigen und interessanten Weise dargestellt und beschrieben worden. Mir hat es sehr gefallen nicht nur von der Familie zu hören, sondern auch die Geschichte der Dienstboten beleuchtet zu sehen. Die Geschichte war auch überhaupt nicht klischeehaft oder unrealistisch. Ich konnte mir diese Geschichte sehr gut vorstellen und finde sie sehr glaubhaft und realistisch beschrieben. Die (obligatorische) Liebesgeschichte nimmt zwar Raum in diesem Roman ein, aber nicht zu übertrieben und in wirklich kleinem Masse. Ich mochte das sehr in dieser Art. Am 16.11.2015 ist der Nachfolgeband dieser Reihe bei Blanvalet erschienen. Er heisst Die Töchter der Tuchvilla und spielt kurz nach den Geschehnissen des ersten Bandes. Ich bin auf alle Fälle schon sehr gespannt wie es weitergeht und werde mir den zweiten Teil bei Gelegenheit zulegen. Übrigens: An und für sich ist die Geschichte mit diesem Band abgeschlossen. Es bleiben keine offenen Fragen. Trotzdem freue ich mich, die mir wirklich ans Herz gewachsenen Personen im zweiten Band wiederzutreffen.

Diplomatie und Fingerspitzengefühl

Von: Die Linkshänderin Datum: 17. January 2016

Das Setting dieses Romans erinnert stark an die erste Staffel von Downton Abbey: ein Herrenhaus mit einer großen Dienerschaft, das Leben kurz vor dem ersten Weltkrieg, Liebe, Intrigen und Geheimnisse... Allerdings spielt die Geschichte in Augsburg und die Melzers sind nicht adlig, sondern neureich. Die Geschehnisse sind auch nicht ganz so dramatisch wie bei Downton Abbey, aber genau das hat mir gut gefallen. Es wird in der dritten Person abwechselnd aus verschiedenen Perspektiven erzählt (ich glaube, das heißt "multiperspektivische Erzählhaltung"), so kommen Bedienstete und Herrschaften gleichermaßen zu Wort. Man versteht so besser die Motive und Zusammenhänge. Die dargestellte Diplomatie und das Fingerspitzengefühl der Damen fand ich sehr bewundernswert, ebenso haben mich die Einblicke in die Aufgaben z.B. der Kammerzofen schwer beeindruckt. Sie müssen den gnädigen Damen nicht nur beim Ankleiden und Frisieren helfen sowie die Kleiderkammer aufräumen, sondern auch die Kleidung der Herrschaften ohne Aufforderung kontrollieren, reinigen und ausbessern, dabei beachten, was diese heute noch vorhaben, dürfen sie aber unter keinen Umständen stören. Wenn z.B. die Gnädige mit Migräne im Bett liegt, gibt es keinen Weg in ihre Kleiderkammer. Die Sprache finde ich angemessen, sie ist weder zu modern noch zu gestelzt. Nur ein paar Kleinigkeiten sind mir aufgefallen: Sprach man damals schon von "leckerem" Essen? Und hat man den Stein auf der Straße schon an die Seite "gekickt"? Der zeitliche Rahmen wird meist nur grob umrissen, so gefällt es mir. In der Tuchfabrik wird gesponnen, gewoben und gedruckt, Marie entwirft und näht Kleider, aber mir als Hobbyschneiderin war das alles leider etwas zu oberflächlich, da hätte ich mir mehr Details gewünscht. Am Ende des Romans verwischen leider die Perspektiven und es wird für meinen Geschmack ein wenig zu kitschig. Manche Fäden wurden auch nicht zu Ende gesponnen, aber da hoffe ich auf den zweiten Band "Die Töchter der Tuchvilla", der hier schon bereit liegt. Immerhin gibt es auf den letzten Seiten noch zwei kleine Überraschungen, die mir gefallen haben.

Ein Buch, das wohl auch jene, die nicht so sehr von dieser Genre gelockt werden begeistern kann

Von: Ruby Datum: 15. January 2016

Cover Das Cover passt doch einmal richtig gut zum derzeitigem Wetter. Auch wenn natürlich beiweiten weniger Schnee liegt Also was bedeutet gar keiner. Zumindest noch ^:^. Aber dass soll natürlich nicht heißen, dass es nicht auch eine tolle Sommerlektüre ist. Aber erst mal zurück zum Cover. Kann man es eigentlich nicht toll finden? Es hat etwas Magisches, etwas Geheimnisvolles und gleichzeitig Edles. Natürlich wirkt hier viel dass Weiß, Natürlich, aber es ist so ein Buch, dass man einfach in die Hand nehmen muss. Selbst wenn man vielleicht nicht viel Historisches liest wie ich. Und dass Die Jahreszeit da auch passend zum Inhalt steht, rundet dass ganze für mich sehr gut ab. Handlung Für Marie beginnt ein neuer Abschnitt in ihrem Leben. Ein wichtiger Abschnitt. Vielleicht sogar ihre letzte Chance. Direkt aus dem "Küchenwanze? Ihnen schaut der Hochmut aus allen Knopflöchern. Der Hochmut und die Dummheit." Das sie zwischen all dem auch Freundschaft und Zuneigung erfährt liegt dem Zufall zugrunde, als das junge Fräulein Melzer einen Narren an Marie frisst und sie zu ihrem Model und Freundin macht. Doch nicht alle finden diese Entwicklung gut. Das Personal als auch Herr Melzer rümpfen die Nase. Dann wirft der Sohn des Hauses ein Auge auf Marie. Dieses sträubt sich mit Händen und Füßen. Denn sie weiß, daraus kann nichts Gutes werden. Oder? Schreibstil Der Stil ist einfach und besitzt eine Lockerheit, die ich bei manch einem historischem Roman vermisse. Das bedeutet nicht, dass er platt ist, sondern einfach, dass er mal fern von Staub der letzten Jahrzehnte ist und es schafft, den Leser zu begeistern und auch durch die Vielschichtigkeit der Handlung zu führen, ohne dass man den Eindruck gewinnt, sich in den Fäden der Kreuzenden Handlungen zu verfangen. Besonders gut fand ich, dass jeder Charakter in der Familie der Melzers sein eigenes Ding laufen hatte. Man konnte ihre Charaktere gut fassen und trotz der hier und da genutzten Klischees, sah man bei jedem eben auch einen eigenen Charakter den man der Figur auch abnahm. Auch die Atmosphäre von dem normalem leben bis zu den Bällen. Herrlich. Charaktere Marie in der Rolle des armen Waisenmädchens, welches im Grunde nichts über seine Eltern weiß und immer schon ein schweres Leben gehabt hat, hätte klischeehaft laufen können, wäre die Autorin auf die Mitleidsschiene aufgesprungen. Doch Marie ist anders. Sie hat eine enorme innere Stärke entwickelt, wo andere zugrunde gegangen wären. Sie ist Stolz und stark, aber nicht hochmütig. Und das sie nicht auf den Kopf gefallen ist, merkt man sehr schnell. Einfach ein Mädchen, das einem ans Herz wächst. Der Rest der feinen Gesellschaft kratzt da doch hier und da an den Klischees. Da wäre der Hausherr, der ein ziemliches Geheimnis hütet, und als Bürgerlicher seinen Kindern sehr gerne zeigen würde, was harte Arbeit ist. Die Dame des Hauses immer ruhig, besonnen und um Frieden bedacht. Der Sohn, der ein wenig flippiger ist und sich auch aufzulehnen bereit ist. Und natürlich die Melzer-Schwestern. Die können anderster gar nicht sein. Die eine fast elfenhaft, frech und kunstbegabt. Die andere etwas molliger und gesittet und abgeklärter der Gesellschaft gegenüber. Aber auch die anderen vielen Nebencharas zeichnen sich durch so manch eigenen Charakter aus. Sei es der Rest des Personals, wo besonders Auguste mit Vorsicht zu genießen ist, als auch die anderen Mitglieder der feinen Gesellschaft. Und eines wird dem Leser recht bald klar. Hier spielt kaum jemand mit offenen Karten. Meinung Ich lese nicht sonderlich oft historische Romane und doch ist es schon mal zwischendrin toll, in so eine ganz andere Zeit abzutauchen. Besonders wenn es wie hier einem die Autorin noch dazu so spielend leicht macht. Sie nimmt den Leser durch Marie einfach mit in dieses Haus. Diese neue Welt in der man sich genau, wie sie erst einmal zurechtfinden muss. Das hat mir viel Spaß gemacht. Gewürzt wurde das Lesevergnügen dann noch zusätzlich durch Intrigen und ein Familiengeheimnis, das mir einiges Zähneknirschen eingebracht hat. Alles in allem ist es ein gutes Buch, bei dem man gerade auch sagen kann das es für Leser etwas ist, die sich in der historischen Genre nicht so heimisch fühlen.

[Rezension] Anne Jacobs: Die Tuchvilla

Von: Florenca Datum: 16. December 2015

Schreibstil Der Schreibstil ist historisch wunderbar korrekt, nur leider wenig spannend. An keiner einzigen Stelle konnte mich das Buch in irgendeiner Form fesseln und ich musste mich größtenteils wahnsinnig durch das Buch quälen. Meine Meinung Das Buch verspricht eine wunderbare Liebesgeschichte, die der Leser auch in Teilen bekommt. Mir fehlt aber das gewisse etwas zwischen Paul und Marie. Vielleicht liegt es auch daran, dass der Roman verschiedene Stränge behandelt und die gemeinsamen Auftritte zwischen Paul und Marie eher eine Seltenheit im Buch darstellen. Eine große Rolle im Buch nimmt auch Pauls Familie ein, vor allem dessen Schwestern. Kitty, die Jüngste der Familie, ist wohl auch das größte Sorgenkind der Familie. Sie bricht schon einmal aus ihrem golden Käfig aus und bringt die Familie zur Verzweiflung. Mir hat ihr Charakter sehr gut gefallen, denn sie war nicht das brave Mädchen aus der Oberschicht, sondern an manchen Stellen schon manchmal eine kleine Rebellin. Marie dagegen passt wunderbar in den Haushalt der Melzers und würde für Paul auch die perfekte, adrette Ehefrau darstellen, wenn sie das nur möchte ....

Ein Mädchen aus unbekanntem Haus

Von: wal.li Datum: 20. October 2015

Im Herbst des Jahres 1913 betritt die junge Marie Hofgartner zum ersten Mal die Tuchvilla. Sie hat eine Stelle als Küchenmädchen bekommen. Zuvor hat sie ihr Leben im Waisenhaus verbracht. Intelligent und hübsch ist Marie, doch sie eckt an, weil sie ihre Meinung zu vertreten weiß. Allerdings merkt sie schnell, dass, auch wenn sie nur die niederen Arbeiten verrichten muss, sie es noch nie so gut gehabt hat, wie hier. Relativ gute Kleidung gab es, sogar einen warmen Mantel und Schuhe. Nicht alle der neuen Kollegen mögen sie und sie muss auch Obacht geben, dass sie nichts sagt, wodurch sie ihre Position verlieren könnte. Doch so langsam beginnt sie, sich wohler zu fühlen und die Hoffnung auf ein besseres Leben zu hegen. Ein Roman um ein junges Mädchen aus einfachsten Verhältnissen, in deren Vergangenheit es ein Geheimnis zu geben scheint. Ein junges Mädchen, dass sich verliebt, dass sich jedoch seiner Position bewusst ist. In die Zeit vor dem ersten Weltkrieg hineingeschrieben spielt die politische Situation in diesem Buch keine große Rolle. In einzelnen Sätzen wird angedeutet, dass Soldaten zur Truppe müssen oder Arbeiter streiken. Das Hauptaugenmerk der Geschichte liegt jedoch auf den Erlebnissen der beiden Töchter des Inhabers der Tuchfabrik und der jungen Marie. Alle drei haben ihre Wünsche und Träume und versuchen deren Erfüllung zu erreichen. Dieser gefühlvolle Roman unter hält zwar nicht mit geschichtlichen Fakten und zeitgeschichtlichem Hintergrund, aber das Schicksal der Bewohner bietet eine meist spannende Lektüre. Man kann sich gut in die Gedanken- und Gefühlswelt der Hauptpersonen hineinversetzen. Man fühlt mit ihnen. Zwar muss man sich manchmal fragen, welche Beweggründe sie für ihre Handlungen haben, doch meist kann man die Geschichte erleben als sie man selbst dabei. Ein wenig mehr Historie hätte vielleicht gutgetan, aber als schöner Roman um drei junge Frauen lässt sich das Buch bestens empfehlen. 3,5 Sterne

Interessant aber es gibt noch Luft nach oben!

Von: Leapunch Datum: 24. September 2015

Ein wunderschönes Cover, das mich gleich fasziniert hat, das mit Schnee bedeckte Herrenhaus und dann die mysteriöse Schöne davor, hat mich gleich neugierig gemacht und ich musste einfach lesen worum es geht. Der Klappentext hat mich dann noch bestätigt, das ich das Buch lesen muss. Die Ballsaison ist eröffnet und ich darf dabei sein, ich liebe solche Geschichten. Die Autorin führt uns in das Jahr 1913 nach Augsburg, in ein Herrenhaus, das der wohlhabenden Familie Melzer gehört, welche eine Fabrik betreibt. Die Protagonisten sind sehr detailreich beschrieben und einige waren mir auf Anhieb sympathisch. Besonders Marie die aus einem Waisenhaus in die Villa kommt und von der jüngsten Tochter der Melzers als Freundin aufgenommen wird und somit zur Kammerzofe aufsteigt. Man blickt einmal hinter die Kulissen eines solchen Hauses und erlebt Hautnah, welche Arbeit die Dienstboten tagtäglich leisten müssen. Auch dort bleiben Intrigen nicht aus und Marie hat es nicht einfach, akzeptiert zu werden und somit hat sie es sehr schwer. So interessant die Charaktere und die Handlungen auch sind, so unangenehm ist es, wenn sich einige Sachen wiederholen. Ich bin wirklich schnell in die Geschichte rein gekommen und habe mich auch nicht gelangweilt, die Protagonisten bekommen mit der Zeit immer mehr Details, wodurch man sie besser versteht und doch fangen irgendwann die Wiederholungen an. Obwohl der Krieg kurz bevor steht, merkt man nicht ein bisschen von Angst oder auch nur Respekt, es sei als hätten die Menschen in der Tuchvilla, das alles vergessen oder ignoriert. Zumindest wird nichts davon erwähnt. Fazit: Dieser Band der Reihe war wirklich interessant und ich werde die Bücher weiter verfolgen auch wenn es hier und da ein Paar Abzüge in der B-Note gab, so bin ich die ganze Zeit gut unterhalten worden.

Die Tuchvilla

Von: Svanvithe Datum: 03. August 2015

*Herbst 1913. Es ist das letzte Jahr vor dem Ersten Weltkrieg, der "Urkatastrophe Europas". Während auf dem Balkan zwei Kriege um das Erbe des zerfallenden Osmanischen Reiches toben, die erahnen lassen, welche Schrecken eine Auseinandersetzung mit Waffengewalt birgt, verbringt das übrige (westliche) Europa eine vermeintlich unbeschwerte Zeit in stabiler Ordnung. Hier herrscht seit vierzig Jahren Frieden, der einen technischen Fortschritt, die Hochindustrialisierung (auch als Zweite industrielle Revolution bezeichnet) ermöglicht, der die Nationen wirtschaftlich miteinander verflechtet. Gleichzeitig konkurrieren die europäischen Großmächte um Kolonien und Weltgeltung, instrumentalisieren die Konfliktparteien auf dem Balkan für ihre jeweiligen Interessen und rüsten ihre Flotten und Armeen auf - natürlich nur für den Verteidigungsfall. Das deutsche Kaiserreich erlebt wirtschaftliche Erfolge und baut vor allem gegenüber Großbritannien als einstigem Industriepionier seine Position aus und steht im Vergleich der Industrieländer an zweiter Stelle.* Von diesem Aufschwung hat auch Johann Melzer profitiert und es als Sohn eines Lehrers im Laufe der Jahre nicht nur zu einer florierenden Tuchfabrik in der Textilstadt Augsburg, sondern zudem zu einer adligen Ehefrau, drei präsentablen Nachkommen und einer mondänen Villa samt Dienstpersonal gebracht. Hier tritt im Herbst 1913 Marie ihre Arbeit als Küchenmädchen an. Bislang hat ihr das Schicksal übel mitgespielt, für das arme, bemitleidenswerte Waisenmädchen ist der Dienst in der Tuchvilla die letzte Chance. In der Hierarchie der Dienstboten nimmt sie die unterste Stufe ein und wird dementsprechend behandelt. Doch die jüngste Tochter des Hauses Katharina hat einen Narren an der gleichaltrigen Marie gefressen und bietet ihr die Freundschaft an, die Marie verwundert, aber dankbar annimmt. In relativ kurzer Zeit steigt sie zur Kammerzofe auf. Noch eine weitere Person des Melzerschen Haushaltes schenkt ihr Zuneigung: Paul. Und obwohl Marie die Gefühle erwidert, weiß sie dennoch, dass sie als Paar keine Zukunft haben. Denn wenn eine Bedienstete sich in den jungen Herrn verliebt, kann daraus nur Unglück erwachsen. Bald stellt sich heraus, dass Maries Herkunft nicht so unklar und rätselhaft ist, wie man es ihr im Waisenhaus darstellte. Darüber hinaus scheint ihr neuer Arbeitgeber, Johann Melzer, mehr darüber zu wissen, als er preiszugeben bereit ist. Deshalb lässt sich Marie auch von ihm nicht abbringen, Nachforschungen anzustellen, um das Geheimnis zu lüften, während in der Zwischenzeit Katharina mit einem Franzosen davonläuft... In ihrem Roman "Die Tuchvilla" erzählt Anne Jakobs eine Familien- und Liebesgeschichte, ohne konkret Bezug auf die historischen Gesichtspunkte der Vorkriegsjahre zu nehmen. Im Grunde stellt sie ein Stück heile Welt dar, in der sich das Leben einer Familie gestaltet, die es zu Ansehen und Vermögen gebracht hat. Denn tatsächlich ist es vermutlich für Familie Melzer nicht von großer Bedeutung, was außerhalb ihres Kosmos' geschieht. Leider führt die geringe oder fehlende Einbeziehung geschichtlicher Gegebenheiten dazu, dass die Handlung zeitlich austauschbar ist. Sie hätte so zu jeder anderen Epoche an jedem anderen Ort spielen können. Ansätze sind durchaus vorhanden. Beispielsweise erhält der Leser eine Beschreibung des Arbeitsgeschehens in der Fabrik, in dem Funktionsweise von Maschinen usw. dargestellt werden. Und Unfälle und Arbeitskampf werden ebenfalls thematisiert. Hingegen wird das hierin liegende Konfliktpotenzial bedauerlicherweise nicht ausgeschöpft. Letzten Endes löst sich alles in Wohlgefallen auf. Der Schreibstil der Autorin stellt keine große Anforderungen. Er ist einfach und solide. Einigen sehr ausführlichen Schilderungen hätte eine Straffung gut getan. Außerdem ist das Geheimnis um Maries Herkunft recht früh zu erkennen, so dass der Leser der Lösung nicht wirklich entgegenfiebert. Insgesamt fehlt es an aufregenden Momenten, die wahrlich berühren und Herzklopfen bescheren. In der Figurenzeichnung gibt es gute Ansätze, allerdings auch Klischees. Marie ist ein Mensch, den der Leser sofort ins Herz schließen kann. Weil sie trotz des Übels, das ihr widerfahren ist, immer Haltung bewahrt, nicht herumjammert, sich nicht einschüchtern lässt und klein beigibt. Sie beobachtet ihre Umgebung und die Menschen intensiv und versucht, eine Wertung vorzunehmen. Sie lässt sich als Mensch nicht erniedrigen, schafft es, ihre Würde zu bewahren und sei es nur im Kampf um die Beibehaltung ihres Vornamens. Zudem beweist sie außerordentliches Talent beim Zeichnen und ist äußerst geschickt mit der Nadel, was alle Damen der Tuchvilla für sich zu nutzen wissen. Doch bei allen positiven Eigenschaften hätte es zu Marie mit den wunderschönen Augen, in denen ihre Seele liegt und so viel Trauer und Sehnsucht, so viel Hunger nach Glück, so viel Müdigkeit und so viel Kraft gepasst, auch die eine Ecke oder Kante zu bekommen, um sie von der armen, standhaften und untadeligen Waise zu einer interessanten Figur zu formen, so dass sie eben nicht fehlerlos gewesen wäre. Bei Paul Melzer ist eine Entwicklung zu erkennen. Zunächst kann er es seinem Vater nicht recht machen. Wiederum bewahrheitet sich im Verlauf der Handlung, dass Paul durchaus Fähigkeiten besitzt, die ihm sein Vater bislang überhaupt nicht zugetraut hat. Daneben wirken die Schwestern Melzer sehr stereotyp: Elisabeth, unscheinbar und pummelig ist zwar äußerst intelligent, gleichwohl aber intrigant, neidisch und gehässig. Ständig fühlt sie sich im Vergleich zur jüngeren, hübschen, weltfremden Katharina abgewertet. Der durchschimmernden Unsicherheit mehr Raum zu geben, wäre eine Abwechslung gewesen. Oder möglicherweise die Einbeziehung der Tatsache, dass sich gerade in dieser Zeit das Frauenbild verändert. So bleibt es dabei, dass Elisabeth der Euphorie und verklärten Schwärmerei ihrer Schwester nichts entgegenzusetzen hat. Selbst dann nicht, als Katharina diejenige ist, die sorglos und ohne Rücksicht auf andere Menschen handelt, kann sie nicht punkten. Insgesamt unterhält der Roman, ohne große Anforderungen zu stellen, und wartet zu guter Letzt mit einem zuckrigen Happy End auf. Es bleibt zu wünschen, dass die Autorin diesen Pfad im zu erwartenden Folgeband verlässt und Dramatik in die Geschichte bringt.

Die Tuchvilla

Von: Svanvithe Datum: 02. August 2015

*Herbst 1913. Es ist das letzte Jahr vor dem Ersten Weltkrieg, der "Urkatastrophe Europas". Während auf dem Balkan zwei Kriege um das Erbe des zerfallenden Osmanischen Reiches toben, die erahnen lassen, welche Schrecken eine Auseinandersetzung mit Waffengewalt birgt, verbringt das übrige (westliche) Europa eine vermeintlich unbeschwerte Zeit in stabiler Ordnung. Hier herrscht seit vierzig Jahren Frieden, der einen technischen Fortschritt, die Hochindustrialisierung (auch als Zweite industrielle Revolution bezeichnet) ermöglicht, der die Nationen wirtschaftlich miteinander verflechtet. Gleichzeitig konkurrieren die europäischen Großmächte um Kolonien und Weltgeltung, instrumentalisieren die Konfliktparteien auf dem Balkan für ihre jeweiligen Interessen und rüsten ihre Flotten und Armeen auf - natürlich nur für den Verteidigungsfall. Das deutsche Kaiserreich erlebt wirtschaftliche Erfolge und baut vor allem gegenüber Großbritannien als einstigem Industriepionier seine Position aus und steht im Vergleich der Industrieländer an zweiter Stelle.* Von diesem Aufschwung hat auch Johann Melzer profitiert und es als Sohn eines Lehrers im Laufe der Jahre nicht nur zu einer florierenden Tuchfabrik in der Textilstadt Augsburg, sondern zudem zu einer adligen Ehefrau, drei präsentablen Nachkommen und einer mondänen Villa samt Dienstpersonal gebracht. Hier tritt im Herbst 1913 Marie ihre Arbeit als Küchenmädchen an. Bislang hat ihr das Schicksal übel mitgespielt, für das arme, bemitleidenswerte Waisenmädchen ist der Dienst in der Tuchvilla die letzte Chance. In der Hierarchie der Dienstboten nimmt sie die unterste Stufe ein und wird dementsprechend behandelt. Doch die jüngste Tochter des Hauses Katharina hat einen Narren an der gleichaltrigen Marie gefressen und bietet ihr die Freundschaft an, die Marie verwundert, aber dankbar annimmt. In relativ kurzer Zeit steigt sie zur Kammerzofe auf. Noch eine weitere Person des Melzerschen Haushaltes schenkt ihr Zuneigung: Paul. Und obwohl Marie die Gefühle erwidert, weiß sie dennoch, dass sie als Paar keine Zukunft haben. Denn wenn eine Bedienstete sich in den jungen Herrn verliebt, kann daraus nur Unglück erwachsen. Bald stellt sich heraus, dass Maries Herkunft nicht so unklar und rätselhaft ist, wie man es ihr im Waisenhaus darstellte. Darüber hinaus scheint ihr neuer Arbeitgeber, Johann Melzer, mehr darüber zu wissen, als er preiszugeben bereit ist. Deshalb lässt sich Marie auch von ihm nicht abbringen, Nachforschungen anzustellen, um das Geheimnis zu lüften, während in der Zwischenzeit Katharina mit einem Franzosen davonläuft... In ihrem Roman "Die Tuchvilla" erzählt Anne Jakobs eine Familien- und Liebesgeschichte, ohne konkret Bezug auf die historischen Gesichtspunkte der Vorkriegsjahre zu nehmen. Im Grunde stellt sie ein Stück heile Welt dar, in der sich das Leben einer Familie gestaltet, die es zu Ansehen und Vermögen gebracht hat. Denn tatsächlich ist es vermutlich für Familie Melzer nicht von großer Bedeutung, was außerhalb ihres Kosmos' geschieht. Leider führt die geringe oder fehlende Einbeziehung geschichtlicher Gegebenheiten dazu, dass die Handlung zeitlich austauschbar ist. Sie hätte so zu jeder anderen Epoche an jedem anderen Ort spielen können. Ansätze sind durchaus vorhanden. Beispielsweise erhält der Leser eine Beschreibung des Arbeitsgeschehens in der Fabrik, in dem Funktionsweise von Maschinen usw. dargestellt werden. Und Unfälle und Arbeitskampf werden ebenfalls thematisiert. Hingegen wird das hierin liegende Konfliktpotenzial bedauerlicherweise nicht ausgeschöpft. Letzten Endes löst sich alles in Wohlgefallen auf. Der Schreibstil der Autorin stellt keine große Anforderungen. Er ist einfach und solide. Einigen sehr ausführlichen Schilderungen hätte eine Straffung gut getan. Außerdem ist das Geheimnis um Maries Herkunft recht früh zu erkennen, so dass der Leser der Lösung nicht wirklich entgegenfiebert. Insgesamt fehlt es an aufregenden Momenten, die wahrlich berühren und Herzklopfen bescheren. In der Figurenzeichnung gibt es gute Ansätze, allerdings auch Klischees. Marie ist ein Mensch, den der Leser sofort ins Herz schließen kann. Weil sie trotz des Übels, das ihr widerfahren ist, immer Haltung bewahrt, nicht herumjammert, sich nicht einschüchtern lässt und klein beigibt. Sie beobachtet ihre Umgebung und die Menschen intensiv und versucht, eine Wertung vorzunehmen. Sie lässt sich als Mensch nicht erniedrigen, schafft es, ihre Würde zu bewahren und sei es nur im Kampf um die Beibehaltung ihres Vornamens. Zudem beweist sie außerordentliches Talent beim Zeichnen und ist äußerst geschickt mit der Nadel, was alle Damen der Tuchvilla für sich zu nutzen wissen. Doch bei allen positiven Eigenschaften hätte es zu Marie mit den wunderschönen Augen, in denen ihre Seele liegt und so viel Trauer und Sehnsucht, so viel Hunger nach Glück, so viel Müdigkeit und so viel Kraft gepasst, auch die eine Ecke oder Kante zu bekommen, um sie von der armen, standhaften und untadeligen Waise zu einer interessanten Figur zu formen, so dass sie eben nicht fehlerlos gewesen wäre. Bei Paul Melzer ist eine Entwicklung zu erkennen. Zunächst kann er es seinem Vater nicht recht machen. Wiederum bewahrheitet sich im Verlauf der Handlung, dass Paul durchaus Fähigkeiten besitzt, die ihm sein Vater bislang überhaupt nicht zugetraut hat. Daneben wirken die Schwestern Melzer sehr stereotyp: Elisabeth, unscheinbar und pummelig ist zwar äußerst intelligent, gleichwohl aber intrigant, neidisch und gehässig. Ständig fühlt sie sich im Vergleich zur jüngeren, hübschen, weltfremden Katharina abgewertet. Der durchschimmernden Unsicherheit mehr Raum zu geben, wäre eine Abwechslung gewesen. Oder möglicherweise die Einbeziehung der Tatsache, dass sich gerade in dieser Zeit das Frauenbild verändert. So bleibt es dabei, dass Elisabeth der Euphorie und verklärten Schwärmerei ihrer Schwester nichts entgegenzusetzen hat. Selbst dann nicht, als Katharina diejenige ist, die sorglos und ohne Rücksicht auf andere Menschen handelt, kann sie nicht punkten. Insgesamt unterhält der Roman, ohne große Anforderungen zu stellen, und wartet zu guter Letzt mit einem zuckrigen Happy End auf. Es bleibt zu wünschen, dass die Autorin diesen Pfad im zu erwartenden Folgeband verlässt und Dramatik in die Geschichte bringt.

Die Tuchvilla - Anne Jacobs

Von: Fräulein Pusteblume Datum: 03. June 2015

Klappentext Ein Herrenhaus. Eine mächtige Familie. Ein dunkles Geheimnes … Augsburg, 1913. Die junge MArie tritt eine Anstellung als Küchenmagd in der imposanten Tuchvilla an, dem Wohnsitz der Industriellenfamillie Melzer. Während das Mädchen aus dem Waisenhaus seinen Platz unter den Dienstboten sucht, sehnt die Herrschaft die winterliche Ballsaison herbei, in der Katharina, die hübsche, jüngste Tochter der Melzers, in die Gesellschaft eingeführt werden soll. Nur Paul, der Erbe der Familie, hält sich dem Trubel fern – bis er Marie begegnet … Autorin Anne Jacobs veröffentlichte unter anderem Namen bereits erfolgreiche historische Romane und exotische Sagas. Mit >>Die Tuchvilla<< erfüllt sie sich einen langen gehegten Wunsch und gestaltet ein Familienschicksal vor dem spannenden Hintergrund der jüngeren deutschen Geschichte. Inhalt Augsburg im Herbst 1913. Ein ärmlich gekleidetes Mädchen nähert sich der imposanten Tuchvilla. Es ist Maire Hofgartner, die iene Stelle als Küchenmädchen antreten soll. Der aufwendige Haushalt der Tuchvilla überwältigt das Mädchen aus dem Waisenhaus. Denn die Industriellenfamilie Melzer beschäftigt eine ganze Riege an Angestellten, und ihren Platz unter ihnen zu finden fällt Marie nicht leicht. Doch dann entwickelt Katharina, die jüngste Tochter des Hauses, eine Vorliebe für Marie – und nicht nur sie: Als Paul, der Erbe der Melzers, das Mädchen mit den großen dunklen Augen kennenlernt, ist der Frieden in der Tuchvilla gefährdet. Und noch ahnt niemand, welche Pläne das Familienoberhaupt verfolgt, als er Marie ins Haus holt … Der erste Satz Nachdem sie das Jakobstor hinter sich gelassen hatte, waren ihre schritte immer langsamer geworden. Meine Meinung Vor historischen Romanen hatte ich mich zuvor immer gedrückt. Da ich nicht weit entfernt von Augsburg lebe, dort spielt sich auch das Buch ab, wollte ich mich also endlich an einen historischen Roman wagen. Die vielen Seiten bei historischen Romanen hatten mich immer abgeschreckt, sehr schade >>Die Tuchvilla<< verdient einen Versuch für Einsteiger und ist auch für Liebhaber der historischen Romanen eine gelungene Abwechslung. Das Herrenhaus mit seinen vielen verschiedenen Charaktere, sind wundervoll herausgearbeitet. Die Protagonistin Marie, wuchs mir schon nach einigen Seiten ans Herz. Aber auch mit den anderen Charakteren habe ich als Leser, mit ihnen gelitten und gebangt. Schon allein die Hierarchie die aus der Herrschaft und den Bediensteten besteht, empfand ich unheimlich interessant. Jeder von ihnen hatte sein eigenen Ängste, Sorgen, Probleme und vor allem Geheimnisse. Das Ende fand ich toll, da möchte ich euch aber nichts verraten. Es ist allerdings noch nicht vorbei mit der Familie Melzer, ein zweiter Teil im November steht an >>Die Töchter der Tuchvilla<< ich freu mich darauf. Fazit Dank der Tuchvilla habe ich richtig Lust, noch weitere historischen Romane zu lesen.

Ruhiger, romantischer Roman

Von: Bettina Datum: 22. May 2015

Inhalt Augsburg, 1913. Die junge Marie tritt einen Anstellung als Küchenmagd in der imposanten Tuchvilla an, dem Wohnsitz der Industriellenfamilie Melzer. Während das Mädchen aus dem Waisenhaus seinen Platz unter den Dienstboten sucht, sehnt die Herrschaft die winterliche Ballsaison herbei, in der Katharina, die hübsche, jüngste Tochter der Melzers, in die Gesellschaft eingeführt werden soll. Nur Paul, der Erbe der Familie, hält sich dem Trubel fern - bis er Marie begegnet... Meine Meinung Das Buch hat mich sofort in seinen Bann gezogen und sehr begeistert. Mir gefiel es besonders gut, dass sowohl die Perspektive der Herrschaften, aber auch die der Dienerschaft gut beleuchtet werden. So erhält man einen guten Eindruck von beiden Seiten. Der Schreibstil von Anne Jacobs ist leicht und flüssig zu lesen. Sie beschreibt die Charaktere und Kulisse sehr bildhaft, wodurch ich mich sofort in die Zeit um 1913 zurück gesetzt gefühlt habe. Marie ist die Hauptfigur des Romans und obwohl sie mir sympatisch war, so hat mich doch auch etwas an ihr gestört. Sie wurde mir zu oft zu perfekt und ohne Ecken und Kanten dargestellt. Die restlichen Charaktere haben mir ausnahmslos alle sehr gut gefallen und sie wirkten sehr real und glaubwürdig auf mich. Durch die in der Tuchvilla herrschende Hierachie sind die meisten Charaktere in zwei Lager geteilt. Es gibt die Herrschaften und die Bediensteten. Jeder der Bediensteten im Haus hat sein eigenes Päckchen zu tragen und dennoch müssen alle zusammen arbeiten um den Haushalt auf dem Laufenden zu halten und die Herrschaften zufrieden zu stellen. Aber auch diese haben kein sorgenfreies Leben. Im Gegenteil, es gibt Geheimnisse, Intrigen, Ängste und Probleme. Ich hatte allerdings das Gefühl, dass die Herrschaften mehr Tiefe und Persönlichkeit hatten, während das Personal eher einfach gestrickt war. Das Erzähltempo des Buches ist sehr ruhig. Leider hatte ich recht oft das Gefühl, genau zu wissen was als nächstes passiert. Spannungsmomente und überraschte Wendungen habe ich immer wieder stark vermisst. Die Geschichte hätte durchaus auch in 200 weniger Seiten erzählt werden können. Ebenfalls vermisst habe ich die historischen Elemente, da dieses Buch ja als historischer Roman ausgeschrieben ist. Bis auf die detailreichen Hintergründe, wie das Leben früher in einem Haushalt wie der Tuchvilla ablief, findet man jedoch kaum Historisches. Fazit "Die Tuchvilla" stellt für mich eine leichte Lektüre dar, die sich trotz wenig Tiefgang gut lesen lässt und mich auch sehr gut unterhalten hat.

Die dunklen Geheimnisse der Tuchvilla

Von: bookbliedling Datum: 13. May 2015

Erwartungen: Besonders in letzter Zeit habe ich schon oft Bücher gelesen, welche zu Beginn des 20 Jahrhunderts und kurz vor dem Ausbruch des 1 Weltkrieges spielen. Alle diese Bücher spielten in Herrschaftshäusern in denen die Bewohner noch nichts von den kommenden Schreckensjahren ahnen konnten. Und zufälliger weise war auf beinahe allen Covern eine Junge Frau vor eben jenen Häusern. Was allerdings nicht negativ zu verstehen ist, denn diese Bücher haben mich stets nie enttäuscht. So bin ich auch von Anfang an auch davon ausgegangen, dass mich die Tuch Villa ebenfalls nicht enttäuschen wird. Der Klappentext lässt bereits erahnen, dass es sich hier zudem um eine Liebesgeschichte handelt, welche sich über die zu der Zeit angesehene Ständeordnung hinwegsetzt. Leseerlebnis: Das Buch ist aus wechselnden Perspektiven geschrieben, so dass man Einblick in die Sichtweisen verschiedener Protagonisten bekommt. Anfangs wird besonders aus der Sicht von Marie, dem neuen Küchenmädchen und Elisabeth, der Tochter des Hauses, das Geschehen beschrieben. Der Einstieg in das Buch ist besonders wenn es um Marie geht nicht schwer, ihre leicht träumerische Art, macht es einem leicht in das Buch zu versinken, gerade wegen ihrer Nüchternheit aber gleichzeitigen doch leichten Naivität , wird sie interessant und macht einen netten Eindruck . Sobald man allerdings zu Elisabeth und ihrer Familie kommt, gerät man leicht ins Stolpern. Der Unterschied zwischen den Schichten macht sich nämlich auch im Schreibstiel bemerkbar. Hinzu kommt, dass die Frauen der Familie Melzer auf dem ersten Blick ziemlich überheblich und somit für mich unsympathisch wirken. Der Wechsel innerhalb der Perspektiven sorgt dafür, dass man das Leben zur damaligen Zeit nicht nur aus der Sicht der Dienerschaft, sondern auch der Herrschaft kennen lernt, was das Gesamtbild kompakter und klarer werden lässt. Das auf dem Klappentext angekündigte „dunkle Geheimnis“ ist für den Leser schon ziemlich schnell kein Geheimnis mehr, zwar dauert es seine Zeit, bis man es sicher weiß, aber es gibt schon von Anfang an immer wieder Hinweise darauf was es sein könnte. Allerdings gibt es dennoch die ein oder andere unerwartete Wendung und alleine schon deswegen sollte man bestimmte Situationen nicht zu voreilig abstempeln. Generell entwickelt sich die Geschichte stellenweise ein wenig zäh. Mache Geschehnisse werden ausführlich in die Länge gezogen, bringen die Geschichte jedoch nicht weiter. Hingegen sind manche spannenden Szenen nicht gut genug ausgeführt, was dafür sorgt, dass hier und dort keine richtige Spannung aufkommt. Fazit: Leider konnten meine Erwartungen nicht komplett erfüllt werden. Konnte ich andere Familiensagen dieser Epoche schichtweg nicht aus der Hand legen, musste ich hier immer wieder Pausen machen, was aber auch ein Vorteil ist, da man so wenigstens noch ein wenig zu anderen Dingen kommen kann. Es war aber auch keine vollkommende Enttäuschung, im Gegenteil, mir hat die Geschichte durchaus gefallen und auch was die historischen Aspekte, besonders im Sozialen Bereich angeht, ist es Handfest und gut recherchiert. Jedem, der beispielsweise die Bücher von Lelya Rasheed oder auch Downton Abbey –Fan ist, kann ich dieses Buch nur empfehlen. Aer auch so ist es ein wirklich nettes Buch, dass sich einiger Maßen gut lesen lässt.

Die Tuchvilla

Von: Erdhaftig schmökert Datum: 12. May 2015

Eine Villa in Augsburg 1913. Anhand der Geschichte des jungen Dienstmädchens Marie erfährt man viel über das Leben zwischen “oben” – der Herrschaft und damit der Familie, und “unten” – der Dienerschaft, die zwar im Souterrain wirtschaftet jedoch ganz unter dem Dach schläft. Ebenso erfährt man Einiges über das Leben in Augsburg und Paris kurz vor dem Ausbrechen des 1. Weltkriegs und über die Tuchindustrie. Es ist ein leicht zu lesender Roman, der von der ersten Seite an neugierig macht und einen packt. Denn Anne Jacobs sorgt dafür, dass einem alle Familienmitglieder und die wichtigsten Diener schnell an´s Herz wachsen. Und auch dafür, dass man unwillkürlich mitfiebert, wenn die älteste Tochter des Hauses – scheinbar eine zartbesaitete Künstlerseele, aus heiterem Himmel mit ihrem vermeintlich Herzallerliebsten nach Paris durchbrennt… Es wird nie langweilig. Fazit Eine wunderbare Lektüre während des Beginns einer neuen Zeit mit aufmüpfigen Frauen, biederen Herren und mehrere Welten, die in der Villa des Fabrikbesitzers aufeinander prallen.

Tolle Familiensaga

Von: Petra Donatz Datum: 01. April 2015

Klappentext Augsburg, 1913. Die junge Marie tritt eine Anstellung als Küchenmagd in der imposanten Tuchvilla an, dem Wohnsitz der Industriellenfamilie Melzer. Während das Mädchen aus dem Waisenhaus seinen Platz unter den Dienstboten sucht, sehnt die Herrschaft die winterliche Ballsaison herbei, in der Katharina, die hübsche, jüngste Tochter der Melzers, in die Gesellschaft eingeführt wird. Nur Paul, der Erbe der Familie, hält sich dem Trubel fern und zieht sein Münchner Studentenleben vor – bis er Marie begegnet .. Über die Autorin Anne Jacobs veröffentlichte unter anderem Namen bereits erfolgreich historische Romane und exotische Sagas. Mit Die Tuchvilla erfüllt sie sich einen lange gehegten Wunsch und gestaltet ein Familienschicksal vor dem spannenden Hintergrund der jüngeren deutschen Geschichte Meine Meinung Story Dieses Buch hat mich nach wenigen Seiten in seinen Bann gezogen. Es beinhaltet eine sehr kompakte Familiensaga zu Beginn des 20. Jahrhundert und zeigt dem Leser nicht nur das Leben der reichen Gesellschaft, sondern gewährt einem auch den Einblick in das Leben der Dienerschaft, zu der die Hauptprotagonistin Marie gehört. Marie umgibt ein Geheimnis, dem sie so langsam, seit sie im Hause des Fabrikanten Johann Melzer arbeitet, auf die Schliche kommt. Marie ist in einem Waisenheim aufgewachsen, da ihre Mutter schon früh verstorben ist. Vom Vater fehlte jede Spur. Doch seit Marie im Hause Melzer arbeitet, wird ihr alles viel klarer und ergibt nach und nach einen Sinn. Marie arbeitet sich schnell von einer einfachen Küchenhilfe zur Kammerzofe von Kathatina Melzer, der jüngsten Tochter des Hauses, hoch. Katharina sieht in Marie aber nicht die Dienerin, sonder eher eine Freundin, was wiederum Probleme mit sich bringt. Als sich der Sohn der Melzers, Paul, auch noch unsterblich in Marie verliebt, gerät für Marie alles durcheinander. Nach und Nach lichtet sich der Schleier um Maries Vergangenheit................ Schreibstil Anne Jacobs hat einen sehr bildhaften und leicht zulesenden Schreibstil, der mich als Leser sofort für sich eingenommen hat. Man kann die Kulisse und die Charaktere förmlich mit eigenen Augen sehen. Mein einziger Kritikpunkt wäre, dass das Buch auch mit 200 Seiten weniger ausgekommen wäre, denn einige Passagen sind einfach zu sehr in die Länge gezogen. Dennoch ein toller Roman. Charaktere Die Charakter des Romans, besonders Marie, haben mir sehr gut gefallen. Sie sind wundervoll beschrieben worden und waren mir schon nach wenigen Seiten sehr vertraut. Sie alle sind sehr authentisch und sehr realistisch wiedergegeben. Als Leser hat man mit ihnen gelitten und gebangt. So wie es in einem guten Roman sein muss. Mein Fazit Ein wirklich schöner Roman, der mich nach wenigen Seiten in seinen Bann gezogen hat. Auch wenn es ein paar Passagen gab, die etwas in die Länge gezogen waren, konnte mich das Buch voll und ganz Überzeugen. Deswegen vergebe ich vier von fünf Sternen und einen Lesetipp.

Nette Geschichte einer Familie

Von: Ulla Leuwer Datum: 31. March 2015

Meine Meinung: Irgendwie finde ich für diese Rezension nicht den richtigen Anfang. Ich bin etwas zwiespältig, was meine Meinung zu diesem Buch betrifft. Ich habe es zwar in einem Rutsch gelesen, weil ich unbedingt wissen wollte, was in dieser Villa alles passiert, aber am Ende musste ich überlegen, ob es meine Erwartungen erfüllt hat. Aufmerksam wurde ich auf dieses Buch, weil mir das Buchcover gut gefallen hat. Die Kurzbeschreibung las sich auch ganz interessant. Im Moment lese ich sehr viele Bücher, die zu dieser Zeit spielten und immer wurde das Zeitgeschehen aus einer anderen Sichtweise beschrieben. Die Autorin Anne Jacobs hat in diesem Buch sehr interessante Charaktere geschaffen und es auch wunderbar verstanden, das unterschiedliche Leben in dieser Villa zu schildern. In meiner Jugend habe ich sehr gerne die Serie "Das Haus am Eaton Place" gesehen und ich fühlte mich sehr daran erinnert. Allerdings spielt diese Geschichte in Augsburg und natürlich standen dort die deutschen Ereignisse mehr im Vordergrund. Marie, die Protagonistin war mir sehr sympathisch und es lag an den zugeordneten Charakteren der Beteiligten, dass mir der eine mehr und der andere weniger gefallen hat. Ich fand es gut, einen Einblick in das Leben der Angestellten zu bekommen, genauso interessant war es auch, mehr über das Leben der Familie Melzer zu erfahren. Allerdings kamen mir manche Stellen und Beschreibungen etwas langatmig vor und über andere Ereignisse hätte ich gerne mehr gelesen. Gerade die Entwicklung der Arbeitersituation wäre sehr interessant gewesen. Aber darum sollte es sich ja nicht in der Hauptsache drehen. Ich bin immer wieder fasziniert, wie die "Herrschaft" damals noch gedacht und gehandelt hat. Mutige Frauen, die vieles ändern wollten, wurden schlecht angesehen. Ich möchte nicht zu viel über den Inhalt des Buches schreiben, aber ich hätte schon gerne das Gesicht von Melzer sen. gesehen, als ihm mitgeteilt wurde, dass die Frauen auch ein Wahlrecht erhalten sollen. Fazit: Ich hatte jetzt nicht das Gefühl, das Lesen dieses Buches abbrechen zu müssen, weil es mir überhaupt nicht gefallen hat. Allerdings ordne ich es bei mir als wirklich sehr leichte Lektüre ein, ohne viel Tiefgang. Ein Buch, ganz einfach mal zum Schmökern, ohne große Ansprüche, allerdings mit etwas geschichtlichem Hintergrund.

Was für ein wundervoller Roman ... <3

Von: Sonnige Bücher Datum: 31. March 2015

Ich liebe diesen Roman.... Er hat mich ein wenig an Jane Austen erinnert - liest sich sehr kurzweilig - spannend und romantisch. Ich habe tatsächlich an einem Samstag 550 Seiten davon gelesen - einfach weil ich nicht aufhören konnte. Und da noch dazu obwohl ich bisher keine historischen Bücher gelesen habe .... das wird sich nun ändern!

Für Fans von "Downton Abbey"

Von: Luiline Datum: 25. March 2015

Inhalt: Ein Herrenhaus. Eine mächtige Familie. Ein dunkles Geheimnis … Augsburg, 1913. Die junge Marie tritt eine Anstellung als Küchenmagd in der imposanten Tuchvilla an, dem Wohnsitz der Industriellenfamilie Melzer. Während das Mädchen aus dem Waisenhaus seinen Platz unter den Dienstboten sucht, sehnt die Herrschaft die winterliche Ballsaison herbei, in der Katharina, die hübsche, jüngste Tochter der Melzers, in die Gesellschaft eingeführt wird. Nur Paul, der Erbe der Familie, hält sich dem Trubel fern und zieht sein Münchner Studentenleben vor – bis er Marie begegnet … Cover: Das Cover lässt schon erahnen, dass die Geschichte im Winter spielt. Mir gefällt die Gestaltung sehr gut und besonders die glänzende Schrift kommt auf dem weißen Hintergrund gut zur Geltung. Das Buch ist aber kein reines Winterbuch, man kann es auch gut in einer anderen Jahreszeit lesen. Meine Meinung: Von diesen historischen Familiengeschichten, gibt es ja Bücher wie Sand am Meer. Ich habe sie aber immer gerne gelesen. Dieses Buch erinnert mich sehr an die Fernsehserie "Downton Abbey", die in England spielt. Schauplatz hier ist allerdings Augsburg und ich finde den Schauplatz gut gewählt. Man bekommt einen guten Eindruck, wie das Leben Anfang des 20. Jahrhunderts gewesen ist, sowohl für die einfachen Leute, als auch die reichen Herrschaften. Gerade dieser Askpekt gefällt mir sehr gut: Die Autorin wechselt immer zwischen den Pespektiven und man erfährt sehr viel über die Bediensteten und zum anderen bekommt man einen Einblick in das Leben der Industriellenfamilie Melzer. Am Anfang musste man sich erst an den Schreibstil gewöhnen und auch die vielen Personen waren am Anfang schwer einzuordnen. Der Klappentext lässt schon erahnen, dass es sich um eine Liebesgeschichte handelt. Diese steht aber definitv nicht im Vordergrund. Trotzdem sehe ich da einen negativen Punkt. Dieser Teil der Geschichte wirkt sehr konstruiert und es gibt nur wenige Passagen, die dann kurz abgehandelt werden. Leider war dieser Teil der Geschichte für mich oft unglaubwürdig. Gerade zur Mitte hin ist das Buch recht langatmig. Ich hätte mir gewünscht, dass andere Passagen kürzer behandelt worden wären. Trotzdem ist die Geschichte sehr abwechselungsreich. Es gibt einige überraschende Wendungen, die der Geschichte dann wieder an Fahrt geben. Die Figuren sind sehr gut gewählt und vielschichtig. Die Autorin schafft es jedem Protagonisten besondere Charakterzüge zu geben. Die Hauptperson Marie hat mir am Anfang nicht so gut gefallen, aber ihre Entwicklung gefällt mir sehr. Fazit: Für Fans von zum Beispiel "Donwton Abbey" ist das Buch auf jeden Fall eine Empfehlung. Trotz einiger Schwachstellen gefällt mir das Buch recht gut. Der Schluss lässt erahnen, dass es vielleicht eine Fortsetzung geben wird. Das Buch bekommt man mir daher gute 3 von 5 Sterne! Zum Schluss noch ein Zitat, was mir nachhaltig in Erinnerung geblieben ist. "Entweder man achtet sich selbst, oder man geht unter. Wer sich selbst verliert, sich klein macht, vor den anderen kriecht und sich duckt, der wird irgendwann daran zugrunde gehen.." (S. 161)

Die Geheimnisse der Tuchvila

Von: Lunas Leseecke Datum: 17. March 2015

Die junge Waise Marie kommt als Küchenmädchen in die ehrwürdige Tuchvilla, wo sie von den Angestellten und den Hausbewohnern unterschiedlich aufgenommen wird. Während Paul, der Sohn der Familie, auf Marie aufmerksam wird, versucht die Hausherrin, ihre Töchter zu verheiraten. Während Marie sich langsam in der Villa einlebt, kommt sie langsam ihrer eigenen Vergangenheit auf die Spur. Ein großer Teil des Buches ist aus der Perspektive von Marie erzählt, aber auch andere Charaktere kommen zu Wort. Dabei wird stets die personale Erzählform verwendet. Mir hat der Perspektivwechsel gefallen, denn so hat man nicht nur mitbekommen, was bei Marie so los war, sondern auch, was oberhalb der Dienstbotenquartiere passiert. Wie zum Beispiel bei den beiden Töchtern des Hauses, Elisabeth und Katharina, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die Charaktere sind sehr unterschiedlich. Zum einen ist da natürlich Marie, die trotz ihrer niedrigen Stellung in der Gesellschaft und der Tatsache, dass sie in einem Waisenhaus aufgewachsen ist, eine erstaunlich stolze Persönlichkeit ist. Sie ist außerdem ziemlich clever, viel weniger naiv, als man vermuten würde, und weiß, was gut für sie ist. Sie war mir mit ihrer besonnenen Art sehr sympathisch. Den beiden Schwestern konnte ich beiden leider nicht sehr viel abgewinnen. Katharina ist eine launische Träumerin, die meiner Meinung nach ziemlich egoistisch handelt, und Elisabeth ist ziemlich intrigant, auch wenn ich Mitleid mit ihr hatte. Unabhängig von ihrer Sympathie haben mir die Charaktere gut gefallen und waren schön gestaltet. Die Story hat sich zunächst langsam entwickelt. Ein Großteil der Geschichte spielt sich in der Tuchvilla selbst ab und wird durch die alltäglichen Sorgen der Herrschaft und der Dienstboten ausgemacht. Manchmal ist es dabei ein bisschen zu ruhig zugegangen, aber es kamen immer wieder spannende Phasen, in denen man zum Beispiel neue Informationen über Maries Vergangenheit bekommen hat. Man bekommt einen guten Eindruck davon, wie das Leben in so einem Haushalt damals ablief. Starre gesellschaftliche Vorgaben waren an der Tagesordnung und interessant war in der Villa auch, wie die Ansichten von Adel und reichen industriellen in Form von Johann Melzer und seiner Frau aufeinander getroffen sind. Schade war nur, dass man ansonsten von den historischen Gegebenheiten wenig mitbekommen hat. Fazit Die Tuchvilla ist ein gelungener Roman, mit einer schönen Story und einem tollen Schreibstil. Die Charaktere haben mir gefallen und haben sich schön weiterentwickelt. Für Fans historischer Romane ist der Roman auf jeden Fall zu empfehlen. Das Ende hat mir gut gefallen und war für mich schön rund. Ich freue mich schon auf die angekündigte Fortsetzung.

Eine wundervolle und tolle Familiengeschichte

Von: claude Datum: 06. March 2015

Die junge Waise Marie bekommt im Jahre 1913 in der Tuchvilla in Augsburg eine Anstellung als Küchenmagd. Diese Villa ist der Familiensitz der Industriefamilie Melzer. Marie muss sich anfangs unter der Dienerschaft ihren Platz erst noch erkämpfen. Währenddessen wird in der Villa bereits die zukünftige Ballsaison geplant, denn die jüngste Tochter der Familie, Katharina, soll in dieser Saison in die Gesellschaft eingeführt werden. Ihre Schwester Elisabeth himmelt unterdessen Klaus von Hagedorn an und hofft dessen Ehefrau zu werden. Nur Paul, der Sohn von Johann Melzer, wohnt nicht mehr in der Villa. Der Erbe der Familie studiert in München. Doch seine Interesse verschieben sich als er Marie kennenlernt. Diese Familiengeschichte wurde von der Autorin Anne Jacob hervorragend in Szene gesetzt. Intrigen, Geheimnisse und die große Liebe sind hier vereint. Eine wunderbare Geschichte die geradezu nach einer Fortsetzung schreit. Die Hauptfiguren wurden so wunderbar gezeichnet und beschrieben, dass ich sie direkt vor mir sehen konnte. Nicht alle Figuren sind Sympathieträger, aber ich denke genau dies braucht eine wirklich tragische und unterhaltsame Familiengeschichte. Natürlich können nicht alle Personen vom Leser geliebt werden. Das wäre unglaubwürdig und auch extrem langweilig. Anfangs hatte ich einige Schwierigkeiten mit Paul, dem Erben der Tuchfabrik. Er kam mir etwas windig bzw. überheblich vor. Aber das Bild von ihm hat sich im Laufe der Geschichte verändert und meiner Ansicht nach positiv gewandelt. Katharina will man eigentlich die ganze Zeit nur beschützen und Elisabeth machte es mir nicht leicht eine Freundschaft mit ihrer Figur zu schließen. Natürlich konnte ich mich mit Marie dem Küchenmädchen sofort identifizieren. Sie ist mir sofort ans Herz gewachsen und auch ihre Entwicklung auf 700 Seiten war enorm. Insgesamt hat mir die Geschichte der Familie Melzer sehr zugesagt und ich freue mich, dass die Autorin an einer Fortsetzung arbeitet. Dieses Buch verdient die kompletten 10 Punkte und für Fans von großartigen Familiengeschichten ist dieses Buch hervorragend geeignet. © claude

Augsburg vor dem 1. Weltkrieg

Von: nicigirl85 Datum: 03. March 2015

Als Fan von Romanen mit historischem Hintergrund freute ich mich sehr auf dieses Werk, habe ich doch bisher noch kein Buch über Augsburg gelesen und war es auch das erste Buch der Autorin für mich. Anne Jacobs entführt uns in die Augsburger Tuchvilla der Industriellenfamilie Melzer um 1913. In dieses Haus zieht die 18 jährige Marie Hofgartner als Küchenhilfe ein. Warum hat man gerade sie eingestellt, wo sie doch bei anderen Herrschaften ein schlechtes Arbeitszeugnis ausgestellt bekam? Und dann begibt sich Vollwaise Marie auf die Spuren ihrer Eltern und deckt dabei Geheimnisse auf, die in direkter Verbindung mit ihrem neuen Arbeitgeber stehen. Wird sie ihr Glück machen oder bald wieder auf der Straße stehen? Und vor allem: Warum schaut der junge Hausherr sie immer so komisch an? Der Schreibstil der Autorin lässt sich angenehm flüssig und leicht lesen, allerdings beschreibt sie oft Kleinigkeiten sehr detailliert, was den Roman zeitweise langatmig wirken lässt. Der Einstieg fiel mir etwas schwer, da ich mit Marie als Protagonistin lange nicht warm wurde. Aber im Laufe der Geschichte entwickelt sie sich zum Positiven. Ansonsten sind die handelnden Akteure in überschaubarer Form vorhanden, so dass man niemanden verwechselt oder Zusammenhänge nicht erkennen würde. Die Hauptprotagonisten sind ausreichend beschrieben, um sich ein Bild von ihnen zu machen. Hier findet sicher jeder Leser seinen Lieblingscharakter. Ich mochte am meisten den Pfarrer, der die Geschichte mit seinem Geschick in die richtigen Bahnen lenkte, aber auch das Hickhack zwischen den ungleichen Melzer- Schwestern gefiel mir gut. Der Roman spielt zwar zwischen 1913 und 1914, erwähnt aber historische Ereignisse wenig bis gar nicht. Dennoch ist der Charme der Zeit für den Leser spürbar. Als es dann so langsam ans Aufdecken der Geheimnisse ging, da konnte ich dann auch nicht mehr mit dem Lesen aufhören und die Geschichte endete dann für mich auch noch recht überraschend. Zu „Die Tuchvilla“ wird es eine Fortsetzung geben, die ich dann sicher auch wieder lesen werde. Übrigens erinnerte mich der Roman häufig an die TV- Serie „Downton Abbey“, also wer diese mag, der liest sicher auch gern diesen Roman. Fazit: Ein gelungener Schmöker, der für gute Unterhaltung sorgt. Lesenswert!

Augsburg 1913/1914

Von: Barbara Diehl Datum: 27. February 2015

Die junge Marie Hofgartner wuchs nach dem Tod ihrer Mutter in einem Waisenhaus auf. Durch ihre etwas störrische und auflehnende Art hat sie schon mehrere Stellungen verloren und nun soll sie im Haus der Familie Melzer ihre letzte Chance erhalten. In der Tuchvilla fängt Marie als Küchenmädchen an, aber auch als letztes Glied innerhalb der Dienstboten-Hierarchie schafft es niemand ihren Willen zu beugen. Eigentlich wäre das schon wieder ein Grund für einen Hinauswurf aber Alicia Melzer hält die Hand über Marie und so kann sie bleiben. Mein Fazit: Die Autorin Anne Jacobs nimmt den Leser mit nach Augsburg in die Jahre 1913 und 1914. Jacob Melzer ist der Inhaber einer gut gehenden Tuchfabrik. Er verbringt die überwiegende Zeit des Tages in seiner Fabrik. Seine Frau Alica kümmert sich zu Hause in der Tuchvilla darum, dass alles seine Richtigkeit hat. Außer Jacob und seiner Frau lernen wir die Schwestern Katharina (Kitty) und Elisabeth (Lisa) sowie deren Bruder Paul kennen. Zwischen Kitty und Marie entwickelt sich eine Art Freundschaft die von Seiten des Vaters Melzer nicht gerne gesehen wird. Auch Paul interessiert sich auffallend für Marie – aber er ist Sohn aus gutem Hause, sie eine Dienstmagd und Elisabeth kann Marie so gar nix abgewinnen. Neben der Familie Melzer gibt es jede Menge Dienstboten im Haus, die – jeder auf seine Art und Weise – wichtige Rollen spielen im Leben von Marie. Nicht jeder mag Marie und so bekommt sie hin und wieder Steine in den Weg gelegt. Sie hat aber nicht nur Neider sondern auch Gönner. Das Buch spielt in einer Zeit als Deutschland schon ganz langsam auf den 1. Weltkrieg zusteuert. In der Geschichte selbst wird dieser Umstand nur in wenigen Nebensätzen erwähnt, das Buch endet vor Ausbruch des Krieges im Juli 1914. Mehr oder weniger spielt sich alles auf den über 700 Seiten in der Tuchvilla und in der Fabrik der Melzers ab. Ausflüge in die Welt vor den Toren gibt es nur ganz wenige. Das stört aber tatsächlich nicht weiter denn die vielen Dinge die innerhalb der Mauern der Villa passieren machen das Buch weder langatmig noch langweilig. Die Frage, die sich dem Leser immer wieder stellt lautet: Welches Interesse hat Johann Melzer an Marie? Dass er ein Interesse hat zeichnet sich sehr schnell ab – nur welches..? Marie ahnt von alledem nichts. Anna Jacobs hat einen sehr schönen Schreibstil, das Buch liest sich angenehm und flüssig. Die Sprache und das Auftreten der Personen in dieser Zeit damals ist für mich authentisch beschrieben. Die Charactere sind schön ausgearbeitet und bei der Vielzahl der Leute behalte sogar ich den Überblick und das will etwas heißen. Nach Aussage von Anne Jacobs wird es eine Fortsetzung zu „Die Tuchvilla“ geben was mich sehr freuen würde. Aber das Buch ist auch so ein abgeschlossenes Werk das nicht unbedingt eine Fortsetzung haben müsste. Wenn es tatsächlich eine gibt – um so schöner.

Wohlfühl-Familiengeschichte rund um die Tuchvilla

Von: Nabura Datum: 26. February 2015

Im Herbst 1913 wird die Waise Marie das neue Küchenmädchen in der imposanten Tuchvilla der Familie Melzer in Augsburg. Damit steht sie in der Hierarchie der Bediensteten ganz unten und muss sich deren Achtung erst erkämpfen. Doch bald erregt sie das besondere Interesse der Tochter des Hauses. Katharina wird in der kommenden Ballsaison in die Gesellschaft eingeführt, während ihre ältere Schwester Elisabeth noch immer auf einen Antrag wartet. Auch deren Bruder Paul wird bald auf Marie aufmerksam. Doch warum reagiert sein Vater so ungehalten, wenn das Gespräch auf sie kommt? Das Cover des Buches verspricht eine Familiengeschichte vor winterlicher Kulisse. Das Buch beginnt zwar im Herbst, spielt dann aber tatsächlich lange Zeit im verschneiten Augsburg und endet im Juni 1914 kurz nach dem Attentat von Sarajewo. In diesem Zeitraum wird man als Leser Zeuge all der kleinen und großen Dramen, die sich unter den Bediensteten und der Familie Melzer abspielen. Marie ist die zentrale Person der Geschichte, und das Buch beginnt mit ihrer Ankunft in der Tuchvilla. Von Beginn an merkt man, dass sie ein für ein Küchenmädchen großen Stolz besitzt und sich nicht unterkriegen lässt. Schnell lernt man aber auch andere Charakterzüge kennen, erfährt mehr über ihr künstlerisches Talent und ihre Aufrichtigkeit. Auch die Mitglieder der Familie Melzer und die anderen Bediensteten werden ausführlicher vorgestellt. Dabei erhalten vor allem die Familienmitglieder mehr Tiefe, während die Bediensteten eher einfach gestrickt sind. Das Erzähltempo des Buches ist ruhig. Es gibt einige größere und abrupte Umbrüche, den Großteil des Buches machen aber kleinere Veränderungen und alltägliche Höhen und Tiefen aus. Obwohl das Buch immer wieder Sprünge macht, nicht zu sehr lange in einer Szene verharrt und mit einem dreiviertel Jahr einen überschaubaren Zeitraum umfasst, kommt es im Nu auf 700 Seiten, da zahlreiche Erzählstränge über die verschiedensten Charaktere immer wieder aufgegriffen und weitergeführt werden. Auch wenn ich immer wieder Probleme hatte, mich in die Personen einzufühlen und ihre Entscheidungen nachzuvollziehen, lässt sich das Buch zügig lesen und konnte dabei unterhalten. Das Buch spielt zu einer Zeit, in der es klare Regeln für Erziehung und Haushaltsführung gab, doch vor allem die jungen Leute begehren gegen diese starren Vorschriften auf. So erlebt man als Leser eine Zeit des Umbruchs, in der es immer wieder zu emotionalen, auch romantischen Momenten kommt. Historische Ereignisse werden dabei eher zur Nebensache, denn die Verstrickungen innerhalb der Tuchvilla und vor allem der Weg der Waisen Marie stehen im Mittelpunkt dieser Geschichte. „Die Tuchvilla“ bietet eine Wohlfühl-Familiengeschichte, in der die Liebe nicht nur fällt, wohin sie will, sondern auch ein Geheimnis aufgedeckt werden will. Zwar fiel es mir immer wieder schwer, mich in die Charaktere hineinzuversetzen, diese machen aber innerhalb kurzer Zeit interessante Wandlungen durch. Für eine gemütliche Winterlektüre ist das Buch bestens geeignet.

Echt toll, schade, dass es gekürzt ist.

Von: Stephi Datum: 10. October 2018

Ich habe ein paar kleine Startschwierigkeiten mit diesem Hörbuch gehabt, aber danach hat es mir sehr gut gefallen und ich habe mich immer gefreut, mir ein neues Kapitel anhören zu können. Das Hörbuch macht auf sehr besondere Art und Weise deutlich, wie unterschiedlich das Leben damals ausgesehen hat je nachdem welcher Gesellschaftsschicht man angehört hat. Doch alle haben es nicht leicht, denn auch eine solche Villa zu führen ist nicht einfach und man darf auf keinen Fall seine Stellung riskieren. Ich will nichts vorweg nehmen, aber es bleibt auf jeden Fall spannend im Leben der so verschiedenen Frauen Katharina und Marie. Die mir beide aber irgendwie ans Herz gewachsen sind. Die Handlung überrascht immer wieder mit neuen Wendungen. Schade ist nur, dass man manchmal nicht alles 100% versteht, da es sich nur um eine gekürzte Fassung des Buches handelt.

die Tuchvilla

Von: Heidi Datum: 25. July 2018

Zum Inhalt : Marie ein junges Mädchen, aus dem Waisenhaus tritt ihre Anstellung im Hause der Industriellenfamilie Melzer an. Damit Marie ihre Anstellung nicht verliert muss sie sich zu Anfang sehr anstrengen. Scheinbar macht sie es keinem recht und wird immer wieder zurecht gewiesen. Die Damen der Familie Melzer hingegen freuen sich schon auf die kommende Ballsaison. Der Sohn des Hauses, dem der Trubel gar nicht gefällt, ändert seine Meinung als er Marie kennen lernt und sich in sie verguckt. Kein Interesse mehr an dem Studium arbeitet er fortan im Familienbetrieb. Mein Fazit : Im ersten Teil, die Tuchvilla werden dem Leser die Unterschiede zwischen dem privilegierten und dem einfacheren Leben sehr deutlich vor Augen geführt. Eine gute Anstellung hat damals das komplette Leben beeinflusst. Und ebenso erfährt man über den Aufwand solch eine Villa zu führen. Seine Stellung in der Gesellschaft zu behalten bestimmte das Leben. Nichts war wichtiger als ein guter Ruf . Damals durfte man auf gar keinen Fall ins Gerede zu kommen. Ob reich oder arm , es galt die Haltung zu bewahren. Die Charaktere sind sehr gut beschrieben. Man findet sich schnell in den Roman ein und kann sich jede Figur ebenso gut vorstellen. Zu keinem Zeitpunkt war das Hörbuch langweilig oder gar langatmig. Ich würde es viel eher als ein bisschen kurz beschreiben. Es macht wirklich Spaß dem Roman zu lauschen. Hat man sich einmal an die Stimme von Anna Thalbach gewöhnt freut man sich über jedes Kapitel. Da mir das Hörbuch sehr gut gefallen hat, vergebe ich sehr gerne 5 ***** und eine Hörempfehlung.

Der Anfang

Von: Jandy Datum: 16. May 2018

Hörbuchinformationen Augsburg, 1913. Die junge Marie tritt eine Anstellung als Küchenmagd in der imposanten Tuchvilla an, dem Wohnsitz der Industriellenfamilie Melzer. Während das Mädchen aus dem Waisenhaus seinen Platz unter den Dienstboten sucht, sehnt die Herrschaft die winterliche Ballsaison herbei, in der Katharina, die hübsche, jüngste Tochter der Melzers, in die Gesellschaft eingeführt wird. Nur Paul, der Erbe der Familie, hält sich dem Trubel fern und zieht sein Münchner Studentenleben vor – bis er Marie begegnet … Grandios gelesen von Anna Thalbach. (2 mp3-CDs, Laufzeit: ca. 14h 29) SPOILER Meine Meinung Nun habe ich mehr als ungewollt zu erst den zweiten und danach den ersten Teil angehört. Nun ich ehrlich gestehen, dass der erste Teil annehmbarer ist als sein Nachfolger. Doch kritisiere ich immer noch sehr scharf, das es sich hierbei um eine gekürzte Fassung handelt und die Zuhörer zu oft verwirrt werden, da Storyrelevante  Teile absichtlich aus gelassen wurden, wenn so etwas vorkommt kann ich persönlich nicht verstehen warum keine ungekürzte Fassung in Betracht gezogen wurde. Dieser Teil hat soviel Potenzial, doch wurde es nicht vollständig aus genutzt.

Ein Zauber längst vergangener Zeit

Von: Shondra Datum: 24. February 2018

Marie Hofgartner ist eine Waise und nimmt eine Anstellung als Küchenmagd in der Tuchvilla der Familie Melzer an. Die jüngste Tochter der Familie Melzer findet gefallen an Marie und macht sie schnell zu ihrer Kammerzofe. Der schnelle Aufstieg von Marie erregt die Missgunst der anderen Dienstboten und macht Marie das Leben nicht gerade leichter. Katharina entdeckt das Marie sehr talentiert im Malen ist und fördert diese. Doch zum missfallen des Familienoberhauptes denn dieser hat ein Geheimnis das die Herkunft und Vergangenheit von Marie betrifft. Als Katharina sich in einen Franzosen verliebt und mit diesem nach Paris durchbrennt, macht man Marie verantwortlich. Marie möchte das jedoch nicht hinnehmen und macht sich mit Paul Melzer dem Erben der Famile, auf die Suche nach Kitty. Aber auch Paul ist die hübsche Marie nicht entgangen, auf ihrer Suche nach Katharina kommen die beiden sich näher. Doch ihre unterschiedliche Herkunft macht ihre Verbindung schwierig. Als alle drei wieder wohlbehalten zurück sind, nur der Ruf der schönen Kitty hat einen leichten Kratzer davon getragen. Doch selbst das stört ihren Verehrer nicht der trotz der Eskapade mit dem Franzosen, Kitty´s Freigeist schätzt und diese Heiraten möchte. Marie macht sich auf die Suche ihrer Wurzeln und findet dabei herraus das sie durch ihre Abstammung ein Anrecht auf den Betrieb der Melzers hat. Ihr Vater war ein Geschäftspartner und hatte alle Pläne der Fabrikmaschinen hinter denen das Melzersche Familienoberhaupt her ist. Durch diese Erkenntnis steht Marie und Paul´s Verbindung nichts mehr im Wege und sie verloben sich. Am Ende finden beide auch noch die vermissten Pläne für die Maschinen die sich seit Jahren im Haus der Melzers befanden. Gesamtspielzeit sind 14 Stunden 29 Minuten Anna Tahlbach haucht dieser Epoche Leben ein und man merkt gar nicht wie schnell die Zeit verrinnt. Das Hörbuch wurde mir als Rezensionsexemplar kostenlos zur Verfügung gestellt.

Das Leben der Marie Hofgartner

Von: Dirk Heinemann Datum: 12. February 2018

Wir schreiben das Jahr 1913. Marie ist Waise und hat schon in verschiedenen Jobs gearbeitet. Nun wurde sie vom Waisenhaus zur Tuchvilla geschickt, um als Küchenmädchen anzufangen. Anne Jacobs erzählt uns die Geschichte des Waisenmädchens Marie Hofgartner. Die Geschichte spielt in Augsburg kurz vor Ausbruch des 1. Weltkrieges. Neben Marie lernen wir auch die Familie Melzer kennen. Johann Melzer ist Inhaber einer Tuchfabrik. Er hat einen Sohn Paul und zwei Töchter, Katharina und Elisabeth. Paul studiert und seine Schwestern werden von Verehrern umschwärmt. Weiterhin lernen wir Frau Melzer und einen Teil des Personals kennen. Marie wird sehr unterschiedlich aufgenommen. So wird sie von einigen sofort ins Herz geschlossen und von anderen mit Verachtung gestraft. Am Anfang finde ich das Buch etwas langatmig, aber nach einer Weile hat mir die Geschichte dann doch gefallen. Im Laufe des Buches erfahren wir mehr über Maries Mutter und ihre Vergangenheit. Gelesen wird das Buch von Anna Thalbach. Diese kenne ich bereits von anderen Hörbüchern (z.B. Meja Meergrün). Die Stimme ist sehr angenehm und auch die verschiedenen Protagonisten werden gut dargestellt. Insgesamt gefällt mir das Buch gut und ich werde mir auf jeden Fall die Fortsetzung Die Töchter der Tuchvilla anhören.

Abtauchen in längst vergangene Tage

Von: reading_elves Datum: 08. October 2017

„Die Tuchvilla (Die Tuchvilla-Saga 1)“ von Anne Jacobs, gelesen von Anna Thalbach, handelt von dem armen Mädchen Marie, die einen reichen Erben heiratet und dann… Die Handlung des ersten Bandes der Trilogie spielt von Herbst 1913 bis Juni 1914 und spielt überwiegend in Augsburg. Das Cover des Hörbuchs zeigt eine tief verschneite Kulisse mit einer jungen Frau im Vordergrund. Dazu kommt der Titel „Die Tuchvilla“. Es strahlt eine gewisse Eleganz aus und verspricht ein Wiedersehen mit längst vergangenen Tagen. „Die Tuchvilla“ von Anne Jacobs ist ein historischer Roman, der einen zuerst einmal an eine Cinderella-Story erinnert, – Armes Mädchen trifft Traumprinz – allerdings bringt die Sprecherin Anna Thalbach eine Einzigartigkeit mit sich, welche die Geschichte kurzweilig, spannend und einfühlsam macht. Es ist ein echter Hörgenuss, weshalb ich diesem Hörbuch 5 von 5 Sternen gebe.

Aufwertung durch tolle Sprecherin

Von: Rela Datum: 31. July 2017

Wenn ich ehrlich bin, hat mich in erster Linie das Cover mit der tief verschneiten Kulisse und der jungen Frau im Vordergrund angesprochen. Dazu der Titel „Die Tuchvilla“ machte mich sehr neugierig. Irgendetwas zog mich unwahrscheinlich an. Mag sein, dass meine Vorliebe für historische Familiengeschichten sofort angesprochen wurde. Marie, die zentrale Person der Geschichte, tritt im Herbst 1913 die Stelle als Küchenmädchen in der Tuchvilla, dem Wohnsitz der Industriellenfamilie Melzer, in Augsburg an. Das Mädchen aus dem Waisenhaus hat es nicht leicht in der Hierarchie der Bediensteten. Doch sie lässt sich nicht unterkriegen. Und so ändert sich im Hause Melzer nicht nur der Dienstbotenalltag, sondern auch das Leben der ganzen Familie. Wie gewohnt bei derartigen Familiengeschichten ist von Anfang an klar, dass es ein Familiengeheimnis gibt, dass es im Laufe der Handlungen aufzudecken gilt. Aber auch der geschichtliche Hintergrund wird angerissen. Vor 100 Jahren, kurz vor dem ersten Weltkrieg, spielten die Regeln, die Alltagsumstände und die Beziehung von Bediensteten und dem Leben ihrer Herrschaften eine große Rolle. Ich erinnere mich an die Erzählungen meiner Großmutter, wenn sie von ihren Jahren in „Stellung als Hausmädchen“ und ihren Erlebnissen erzählte. In den 1970er Jahren gab es die TV-Serien „Das Haus am Eaton Place“. Ich sah sie immer in der Rolle der Rose und schon damals zog mich diese Familiensaga in ihren Bann. Ähnlich wird des den Fans der Adelsfamilie in der Serie „Downton Abbey“ gehen. Die Geschichte und Geschichten wiederholen sich. So auch in der Tuchvilla. Das Beste, was der Tuchvilla in diesem Zusammenhang passieren konnte, ist das Hörbuch mit der großartigen Sprecherin Anna Thalbach. Sie schafft es, die Geschichte kurzweilig, spannend, einfühlsam und deutlich unterscheidbaren Stimmen für die einzelnen Charaktere, zu lesen. Ein Hörgenuss! Lesung: 5 Sterne Inhalt: 3 Sterne 

Tolle Geschichte, hervorragend eingesprochen – ein Traum von einem Hörbuch

Von: Leben. Lieben. Lachen. Lesen. Datum: 05. July 2017

Die Familie Melzer stellt Stoffe her und in ihrer Villa, der Tuchvilla, beginnt die junge Marie zu arbeiten. Das Waisenmädchen ist unter den Angestellten eher Außenseiterin, doch die jüngste Tochter der Melzers hat schnell einen Narren an ihr gefressen. Auch Paul Melzer, der Sohn des herrischen Tuchfabrikanten, findet die hübsche Marie faszinierend. Doch Marie bleibt vorsichtig und findet Details über ihre Mutter heraus, die ihr Leben gehörig durcheinander wirbeln. Das Taschenbuch hat 704 Seiten, das Hörbuch läuft über 17 Stunden. Und die großartige Anna Thalbach schafft es, die tolle Geschichte von Anne Jacobs kurzweilig und spannend zu lesen. Ihre schauspielerische Glanzleistung mit deutlich unterscheidbaren Stimmen für alle Charaktere, ihre unterschiedlichen Stimmungen und ihre Lesefluss machen das Hörbuch zu einem Genuss. Die Geschichte selber ist für Fans von zum Beispiel „Downton Abbey“ genau das Richtige – die beiden unterschiedlichen Leben der reichen Fabrikanten und der armen Angestellten werden interessant geschildert. Durch Maries Lebensgeschichte bleibt es bis zum Ende spannend. Die Charaktere sind wunderbar angelegt und machen die Geschichte lebendig. Fazit: Ein absolut tolles Hörbuch Dank toller Geschichte und grandioser Lesung!