Hera Lind

Die Frau, die frei sein wollte

Die Frau, die frei sein wollte Blick ins Buch

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Selma kommt Anfang der 1960 Jahre als Gastarbeiterkind mit ihren Eltern und Geschwistern aus der Türkei nach Köln. Sie schwebt im siebten Himmel, als sie sich mit siebzehn mit ihrer großen Liebe Ismet verloben darf. Doch ein zufälliges Zusammentreffen mit Orhan wird ihr zum Verhängnis. Arglos steigt Selma in das Auto des ihr fast unbekannten Mannes – was dann passiert, ist ein einziger Albtraum. Sie verliert ihre Ehre und ihre Freiheit, und das Glück mit Ismet zerplatzt für immer. Sie gehört nun Orhan. Aber Selma gibt nicht auf...

Ein Roman mit Nachklang

Von: Verena Datum: 11. December 2018

Der Roman „Die Frau, die frei sein wollte“ hat mich beeindruckt. Hera Lind beschreibt hier die wahre Geschichte einer jungen Deutsch-Türkin, die in einem stark patriarchisch geprägten Umfeld aufwächst. Immer wieder fügt sie sich ihrem vermeintlichen Schicksal, dass ihr einen gewalttätigen Ehemann zur Seite gestellt hat. Hilfe kann sie kaum erwarten, da Ehre und Stolz der Familie beschmutzt werden könnten. Beim Lesen habe ich mich immer wieder gefragt, warum die Protagonistin sich über so eine lange Zeit diesem Martyrium aussetzt, wieso sie nicht aufbegehrt und sich aus ihren Fesseln löst. Sie möchte frei sein, kann sich aber aufgrund ihre indoktrinierten Erziehung nicht aus ihrer Situation lösen. Das Buch steht meiner Meinung exemplarisch dafür, wie sehr Erziehung bzw. erlernte gesellschaftliche Konventionen einen Menschen prägen können. In diesem Fall fast bis zur Selbstaufgabe. Umso stärker, dass die Hauptperson es schafft, sich letztendlich doch zu befreien und ein neues Leben zu beginnen. Ein Vorbild für Frauen in der gleichen oder ähnlichen Position! Deshalb lesenswert! Einzig und allein der Schreibstil war nicht so mein Fall. Zwischendurch zog sich das Buch etwas und die Schreibweise war teilweise etwas „platt“.

Die Frau, die frei sein wollte

Von: Kiki Datum: 11. December 2018

Die junge Türkin Selma wächst in Deutschland in relativ modernen Verhältnissen auf. Sie will ihr Abitur machen und den Medizinstudenten Ismet heiraten. Eines Tages steigt sie zu Orhan, einem Bekannten, der sie nach Hause fahren will, ins Auto. Er bringt sie jedoch zu seiner Familie, dort wird Selma geschlagen und eingesperrt, bis sie einwilligt, Orhan zu heiraten. Dieser schlägt und demütigt sie über Jahre, und sie lässt alles über sich ergehen, denn er droht damit, sie und ihre Familie zu töten. Erst als sie eine Tochter bekommt, beginnt sie langsam sich zu wehren. Mit Hilfe ihrer Familie, die lange nur teilnahmslos zugeschaut hat, gelingt es ihr sich zu befreien und ein "normales" Leben zu führen.

Sehr bewegend

Von: Janesway Datum: 09. December 2018

Alte türkische Vorstellungen von Ehre und Verpflichtung bestimmen Selmas Leben. Glücklicher Weise kommt sie mit ihrer Familie bei der Wahl ihres zukünftigen Ehemannes überein. Doch dann steigt sie zu Orhan ins Auto. Ab diesem Moment gibt es kein Zurück. Denn Orhan wird sie nicht freigeben. Wie eine einzige Entscheidung im Leben alles umwerfen und auf den kompletten weiteren Lebensweg Einfluss haben kann, dessen wird man hier auf äußerst erschreckende Weise gewahr. Selmas Los wünscht man wahrhaftig niemandem und ihre Verzweiflung in ihrer ausweglosen Lage ist so greifbar, dass ich manche mitfühlende Träne ließ. Schon nach wenigen Seiten sind wir auf dem Stand, den uns der Buchrücken vorgibt und damit mit dem bereits zu erwartenden Handlungsverlauf am Ende. Was danach kommt, trifft ganz unvorbereitet, aber zielsicher. Es ist eine Erzählung von schrecklicher Ungerechtigkeit, Machtlosigkeit und körperlichem sowie seelischem Leid. Aber auch von dem Recht auf ein unbeschwertes Leben, dem Wunsch nach Selbstbestimmung und von dem Versuch einer Blume, sich trotz grauer Wolken Richtung Sonne zu strecken. Selma macht charakterlich viele Entwicklungen durch: mal ist sie stolz, mal voller Trauer, mal sehnsüchtig, dann ängstlich…sie ist sehr facettenreich. Und sie zu begleiten, war mir ein echtes Erlebnis. Zeitsprünge in Selmas Kindheit brachten nochmal ganz andere Seiten von ihr zum Vorschein oder erklärten Hintergründe und Beweggründe, auch wenn ich am liebsten bei der Haupthandlung blieb. Das Buch habe ich regelrecht verschlungen, wie es mir schon ewig nicht mehr passiert ist. Hera Linds schonungslose Beschreibungen verfehlen ihre Wirkung nicht. Mit dem Wissen darum, dass es sich um eine wahre Geschichte handelt, prägen sich die Ereignisse sehr ein. Ich wünsche dir, „Selma“, weiterhin viel Stärke im Kampf gegen deine Dämonen aus der Vergangenheit. So viele Jahre, in der deine Geschichte verschlossen in dir ruhte…jetzt wird sie hinausgetragen in die Welt, auf dass das Leid und das Unrecht Gehör finden und dein Mut andere ansteckt, sich nicht in ihr vermeintliches Schicksal zu ergeben. „Sobald der erste Schritt getan ist, kann es nur noch vorwärts gehen.“ (Hera Lind: Die Frau, die frei sein wollte. Diana Verlag)

Sehr bewegend

Von: Janesway Datum: 09. December 2018

Alte türkische Vorstellungen von Ehre und Verpflichtung bestimmen Selmas Leben. Glücklicher Weise kommt sie mit ihrer Familie bei der Wahl ihres zukünftigen Ehemannes überein. Doch dann steigt sie zu Orhan ins Auto. Ab diesem Moment gibt es kein Zurück. Denn Orhan wird sie nicht freigeben. Wie eine einzige Entscheidung im Leben alles umwerfen und auf den kompletten weiteren Lebensweg Einfluss haben kann, dessen wird man hier auf äußerst erschreckende Weise gewahr. Selmas Los wünscht man wahrhaftig niemandem und ihre Verzweiflung in ihrer ausweglosen Lage ist so greifbar, dass ich manche mitfühlende Träne ließ. Schon nach wenigen Seiten sind wir auf dem Stand, den uns der Buchrücken vorgibt und damit mit dem bereits zu erwartenden Handlungsverlauf am Ende. Was danach kommt, trifft ganz unvorbereitet, aber zielsicher. Es ist eine Erzählung von schrecklicher Ungerechtigkeit, Machtlosigkeit und körperlichem sowie seelischem Leid. Aber auch von dem Recht auf ein unbeschwertes Leben, dem Wunsch nach Selbstbestimmung und von dem Versuch einer Blume, sich trotz grauer Wolken Richtung Sonne zu strecken. Selma macht charakterlich viele Entwicklungen durch: mal ist sie stolz, mal voller Trauer, mal sehnsüchtig, dann ängstlich…sie ist sehr facettenreich. Und sie zu begleiten, war mir ein echtes Erlebnis. Zeitsprünge in Selmas Kindheit brachten nochmal ganz andere Seiten von ihr zum Vorschein oder erklärten Hintergründe und Beweggründe, auch wenn ich am liebsten bei der Haupthandlung blieb. Das Buch habe ich regelrecht verschlungen, wie es mir schon ewig nicht mehr passiert ist. Hera Linds schonungslose Beschreibungen verfehlen ihre Wirkung nicht. Mit dem Wissen darum, dass es sich um eine wahre Geschichte handelt, prägen sich die Ereignisse sehr ein. Ich wünsche dir, „Selma“, weiterhin viel Stärke im Kampf gegen deine Dämonen aus der Vergangenheit. So viele Jahre, in der deine Geschichte verschlossen in dir ruhte…jetzt wird sie hinausgetragen in die Welt, auf dass das Leid und das Unrecht Gehör finden und dein Mut andere ansteckt, sich nicht in ihr vermeintliches Schicksal zu ergeben. „Sobald der erste Schritt getan ist, kann es nur noch vorwärts gehen.“

Tolles Buch!

Von: Anja Datum: 09. December 2018

Mir hat das Buch sehr gefallen. Es war sehr bewegend, die Geschichte von Selma zu verfolgen, wie sie als Opfer um ihre Freiheit und Selbstständigkeit kämpft! Leider ist dieses Thema Gewalt in der Ehe weit verbreitet. Es rüttelt einen wach, mal genauer hin zu sehen. Wer weiß, wie vielen Frauen in der Nachbarschaft es so geht?

Lesenswert

Von: Biggi Datum: 05. December 2018

Die Geschichte ist tragisch, man kann sich kaum vorstellen, was die junge Frau erdulden musste! Sehr gutes Buch!

Ein schlimmes Schicksal, einer starken Frau

Von: Silke Datum: 03. December 2018

Hera Lind schreibt über das schlimme Schicksal von Selma, einer jungen Türkin, die mit 17 Jahren zwangsverheiratet wird. Andere Länder, andere Sitten möchte man bei dem Buch sagen und es ist schwer auszuhalten, wie Selma all die seelischen und körperlichen Grausamkeiten in ihrer Zwangsehe aushält. Ein Weg durch die Höhle mit einem dann doch guten Ende. Einzig der Sprung von Gegenwart in die Vergangenheit erschwert das flüssige Lesen.

Die Frau, die frei sein wollte

Von: Gelinde Reiter Datum: 03. December 2018

Die Frau, die frei sein wollte, von Hera Lind Cover: Hier kommt gut das gehetzte und angstvolle Gefühl der Protagonistin rüber. Inhalt: Selma kommt Anfang der 1960er Jahre als Gastarbeiterkind mit ihrer Familie nach Deutschland. Sie und ihre Familie lebt sich schnell ein, wenn auch der Balanceakt zwischen heimatlicher Kultur und deutscher Lebensweise immer zu spüren ist. Alles könnte so gut verlaufen, wäre da nicht Orhan! Ein Mann (Türke) der in türkischen Denkweisen verhaftet bleibt und Selma besitzen will. Er entführt Selma quasi und für sie beginnt ein jahrelanger Höllentripp. Meine Meinung: Eine Geschichte, die ich mit Entsetzen und Gänsehaut gelesen habe. Meine Gedanken fuhren Achterbahn: Es ist so unglaublich, was Selma erduldet hat, und immer wieder kommt der Gedanke, warum hat sie sich nicht gewehrt, warum niemandem anvertraut? Aber dann kommt immer wieder Ansatzweise das Verstehen: sie ist in ihrer Denkweise und ihrem erzogenen Rollenverhalten gefangen. Wie oft geht es uns nicht selber so: wir wollen ganz anders sein und handeln und schaffen es einfach nicht. Trotzdem finde ich einfach Widersprüche, die wir uns mit westlichen Denkweisen vermutlich nicht erklären können. Selma betont immer wieder, wie sehr die Familie zusammenhält, z.B. keine alleinerziehende Frau steht alleine da, aber dann wird eine junge Frau, sofort verstoßen, nur weil sie schwanger ist?? Auf jedenfall ist dies eine Lebensgeschichte, bei der man wirklich kaum glauben kann, dass Selma sich daraus wie der Phönix aus der Asche erhebt und immer stärker und selbstbewusster wird. Das Happy End am Schluss ist irgendwie unglaublich. Der Schreibstil hat mir nicht so gefallen. Hier wird kunterbunt durch die Jahre gesprungen. Zwar steht am Beginn der einzelnen Kapitel immer die Jahreszahl, aber es war schon schwierig zu überlegen was war jetzt 1979, 1988,1972, 2013 dann doch wieder 1985. Und dies mehr als 50 mal, das finde ich unnötig und total verwirrend. Auch ein inhaltlicher Widerspruch hat mich kurzzeitig sehr verwirrt. Autorin: Hera Lind studierte Germanistik, Musik und Theologie und war Sängerin, bevor sie mit ihren zahlreichen Romanen sensationellen Erfolg hatte. Hera Lind lebt mit ihrer Familie in Salzburg. Mein Fazit: Selma durchlebt einen jahrelangen Höllentripp, ein Martyrium, das ich mir nicht vorstellen kann. Doch sie erhebt sich wie ein Phönix aus der Asche und wird stark und selbstbewusst. Es wird zwar im Buch darauf hingewiesen, dass dies kein rein türkisches Problem ist, aber die Verflechtungen hier sind eben nun mal mit dieser mir so völlig fremden Kultur und Denkweise. Von mir 4 Sterne.

Andere Kulturen, andere Sitten

Von: Diane Jordan Datum: 28. November 2018

Die Frau, die frei sein wollte: Roman nach einer wahren Geschichte Diane Jordan Andere Länder, andere Sitten, so lautet ein bekanntes Sprichwort und über den eigenen Tellerrand schauen und Eigenheiten anderer Kulturen kennen zu lernen, ist manchmal ganz schön hart, wie mein neuester Taschenbuch-Roman aufzeigt. „Die Frau, die frei sein wollte“ von der Spiegel Bestseller Autorin Hera Lind ist extrem spannend. Ein Roman nach einer wahren Geschichte, die tief unter die Haut geht und den Leser noch lange nach dem er das Buch zu Ende gelesen hat, nachdenklich macht. Mir jedenfalls hat das schwere Schicksal der Türkin Selma, die hier in Deutschland gut integriert war, sehr zugesetzt. So etwas darf und sollte es in keiner Kultur geben. Zwangsehen, gegen den Willen eines der Heiratenden, gruselig alleine die Vorstellung.... Der damit verbundene psychische Druck ist schon eindrucksvoll im Titelbild des Covers umgesetzt. Es zeigt eine Frau mit Tochter, die sich scheinbar ängstlich und verfolgt aus einer schemenhaft im Hintergrund gehaltenen Stadt entfernt. Und der Tatsachenroman von Hera Lind erinnert mich an ein ähnliches Schicksal, das ein mir bekanntes Mädchen, damals in den 80ziger Jahren erleiden musste. Die wurde ebenfalls mitten aus Deutschland zwangsverheiratet und musste zurück in die Türkei, obwohl sie kein Wort türkisch sprach. Wahrscheinlich habe ich deshalb instinktiv nach diesem dicken Buch gegriffen. Fesselnd und einfühlsam gibt die Autorin die Geschichte um Selma wieder. Deren Lebensgeschichte wird in zwei parallele Zeitstränge, die Vergangenheit so wie die Gegenwart gegliedert und so bekommt der Leser schnell tiefere Einblicke in den spannenden Plot. Am liebsten würde ich zwischen die Seiten springen und der armen Selma beistehen und sie aus dieser Zwangslage befreien. Ich kann es einfach nicht nachvollziehen, was dort geschieht. Das die Familie nicht eingreift und hilft. Wahnsinn! Allerdings kenne ich wiederum türkische Familien, die so nicht handeln und solche Dinge ebenfalls nicht billigen und ihren Kindern helfen würden. Nichts desto trotz rüttelt dieses Buch auf und schärft den Blick für andere Kulturen, ihre Sitten und Gebräuche. Und ich bin heilfroh, dass ich mir meinen liebevollen Ehemann alleine aussuchen konnte und glücklich mit ihm verheiratet bin! SELMAS LANGER WEG IN DIE FREIHEIT Inhalt: Selma kommt Anfang der 1960 Jahre als Gastarbeiterkind mit ihren Eltern und Geschwistern aus der Türkei nach Köln. Sie schwebt im siebten Himmel, als sie sich mit siebzehn mit ihrer großen Liebe Ismet verloben darf. Doch ein zufälliges Zusammentreffen mit Orhan wird ihr zum Verhängnis. Arglos steigt Selma in das Auto des ihr fast unbekannten Mannes – was dann passiert, ist ein einziger Albtraum. Sie verliert ihre Ehre und ihre Freiheit, und das Glück mit Ismet zerplatzt für immer. Sie gehört nun Orhan. Aber Selma gibt nicht auf... Die Autorin: Hera Lind studierte Germanistik, Musik und Theologie und war Sängerin, bevor sie mit ihren zahlreichen Romanen sensationellen Erfolg hatte. Mit den Tatsachenromanen wie »Die Frau, die zu sehr liebte«, »Mein Mann, seine Frauen und ich«, »Der Prinz aus dem Paradies« und »Hinter den Türen« eroberte sie erneut die SPIEGEL-Bestsellerliste und machte dieses Genre zu ihrem Markenzeichen. Hera Lind lebt mit ihrer Familie in Salzburg. Weitere Bücher: Hinter den Türen: Roman nach einer wahren Geschichte Mein Mann, seine Frauen und ich: Roman nach einer wahren Geschichte Der Mann, der wirklich liebte: Roman nach einer wahren Geschichte Die Frau, die zu sehr liebte: Roman nach einer wahren Geschichte Die Sehnsuchtsfalle: Roman nach einer wahren Geschichte Himmel und Hölle: Roman - Nach der wahren Geschichte u.v.mehr Fazit: 5 Sterne***** “Die Frau, die frei sein wollte“ ist im Diana Verlag erschienen. Das Taschenbuch hat 416 spannende Seiten.

Ein sehr fesselndes Buch

Von: Bettina Huber Datum: 23. November 2018

Ich konnte das Buch nicht mehr weglegen, litt förmlich mit Selma mit. Und dann das Happy End, das vergönn ich ihr von Herzen, denn was diese Frau durchgemacht hat, ist einfach ein Wahnsinn. Meine Hochachtung, liebe Frau Lind, so toll geschrieben wie ja die meisten ihrer Bücher. Warte schon aufs nächste. Lg aus Oberösterreich

Bewegend und nachdenklich stimmend.

Von: Elke König Datum: 10. December 2018

Inhaltsangabe: Ruhrgebiet 1979: Selma, 17 Jahre alt und Türkin mit Herz und Seele, steht kurz vor ihrer ersehnten Hochzeit mit Ismet, als ihr Leben aus den Fugen gerät. Orhan, Sohn von entlassenen Mitarbeitern ihres Vaters, kann sie in einem unverfänglichen Moment entführen und raubt ihr die Ehre, ihre Fröhlichkeit und die Lust zum Leben. Mit Gewalt herrscht er über sie, hält sie in der Wohnung gefangen und manipuliert sie in jeder Sekunde. Den Kontakt zu ihrer Familie lässt er nicht zu. Als sie ihre Tochter zur Welt bringt, weiß sie, dass sie handeln muss. Doch sie braucht dazu Hilfe. Mein Fazit: Meine Eltern haben früher nicht mit Geschichten gespart, wenn es um die türkischen Gastarbeiter ging. Sehr viele Vorurteile wurden geschürrt, aber vieles stimmte auch einfach – so im Nachhinein betrachtet. Inzwischen bin ich erwachsen und habe mir schon mein eigenes Bild über meine Mitmenschen gemacht, die türkische Wurzeln haben. Es sind durchweg positive Erfahrungen gewesen, dennoch ist immer ein Rest Vorsicht geblieben. Das, was Selma in ihrer Geschichte schildert, hätte aber durchaus auch jedem deutschen Mädchen passieren können, wenn es in einer ähnlichen Familienstruktur aufgewachsen wäre. Jungs durften alles und die Mädchen mussten ihre Tugend bis aufs Blut verteidigen. Welche zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit, die dort immer wieder geschildert wird und die Selma für sich auch so verinnerlicht hat. Die Geschichte ist bewegend, bestätigt das eine oder andere Klischee und Vorurteil, doch offenbahrt sich an manchen Stellen, das auch in anderen Kulturen nicht alles gedulded wird. Doch der Preis scheint dafür oftmals sehr hoch zu sein. Ich habe mit Selma gelitten, mich mit ihr gefreut und sie für ihren Mut und ihren Kampfeswillen bewundert. Es ist schon fast unmenschlich, was sie geleistet hat. Aber sie hat sich vom Schicksal nicht klein kriegen lassen. Es soll jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es mehr als nur schwer ist, aus so einer Situation auszubrechen. Mit überzeugten und nachdenklichen fünf Sternen kann ich das Buch sehr empfehlen. Anmerkung: Ich habe es als eBook gelesen.